480 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
Burg anzuzünden; die Belagerten beantragten Uebergabe-Verhand-lungen, die Ungarn aber, der Beute verlustig zu gehen befürchtend, wievor Polozk, drangen in die Stadt ein und richteten ein furchtbares Blut-bad darin an, und ihrem Beispiele folgte auch das polnische Fussvolk,— Zamoiski vermochte nur 2 russische Wojewoden zu retten. Darnachschlug Fürst Zbarashski mit der polnischen, ungarischen und deut-schen Reiterei vor Toropez, nordöstlich von Welikie Luki, den FürstenChilko w; Nevelj, südöstlich von Welikie Luki, wurde in Brand gestecktund ergab sich; Oserischtsche, südwestlich von Nevelj ergab sich nochbevor es den Flammen übergeben wurde; das starke Sawolotschje, nord-westlich von Nevelj, schlug den ersten Sturm ab, wurde dann aber auchgezwungen sich Zamoiski zu übergeben. Auf diese Weise wurdenWelikie Luki und die Städte rund umher angezündet und ergaben sich ;nicht gleich glücklich waren die Unternehmungen des orschinsker Woje-woden Kmita, der mit 9000 Litbauern nach Smolensk gezogen war,um dessen Vorstädte einzuäschern. Der Wojewode Buturlin nebst Ge-hülfen überfiel ihn bei dem Dorfe Nastassinja und trieb ihn aus dem La-ger. Kmita bezog am Abend danach ein Lager an einem festen Punkte,umschanzte sich mit einer Wagenburg und zog bei Nacht von da ab.Buturlin aber verfolgte ihn am nächsten Tage, holte ihn 40 Werst vonSmolensk ein auf den Erlöser-Wiesen, schlug ihn, nahm ihm Fahnen,Zelte, 10 Geschütze, 50 Stück Wallflinten und 370 Gefangene ab.
Mit der Einnahme von Welikie Luki endete Bathori seine Cani-pagne von 1580, die Kriegs-Operationen aber gingen auch im Winterweiter. Im Februar 1581 nahmen die Lithauer Cholm bei Nacht, nord-westlich von Toropez, besetzten es mit Truppen, brannten Stara Russanieder, nahmen in Livland das Schloss Schmilten, und verheerten mitMagnus gemeinschaftlich die Derpter Provinz bis Neuhausen und andie russische Grenze. Während dessen war noch im Herbst 1580 imNorden der schwedische Feldherr Delagardie in Korelien eingerückt,nahm im November Kexholm, wobei, nach livländischen Nachrichten,an 2000 Russen umkamen. In Esthland belagerten die Schweden Pa-dis, 6 Meilen von Reval; die Belagerten unter Befehl des Wojewo-den Tschichatschef hielten sich 3 Wochen, ohne sich zu ergeben,und litten sehr vomHunger; endlich im Dezember nahmen die Schwedendie Stadt durch wiederholten Sturm. Anfang 1581 erschien Delagardieaus Korelien plötzlich in Livland vor Wesenberg, welches nach heftigerKanonade unter der Bedingung freien Abzugs für die russische Garnisonkapitulirte. In demselben Monat zogen die russischen Wojewoden ausMoshaisk aus, um nach alter Gewohnheit das lithauische Land am Du-browna, Orscha, Mogilew, Schklow zu verheeren, hatten ein glücklichesGefecht mit lithauischenTruppen und kehrten dann nach Smolensk zurück.