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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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464 HL Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

zuneigte, knüpfte Sigismund August Unterhandlungen zu dessenVerlängerung an. Johann, welcher dessen für seine Kriege mitKasan, Astrachan und der Krym und im Jahre 1554 mit Schweden be-durfte, war einverstanden, und im Jahre 1556 wurde der Waffenstill-stand auf 6 weitere Jahre bis 1562 verlängert. Im Februar 1558,als man in Moskau erfuhr, dass der krymsche Zarewitsch in Podolieneingefallen sei und das Land aussauge, schlug Johann dem Polen-König ein Bündniss gegen die Tataren vor. Diese von beiderseitigenGesandten geführten Verhandlungen zerschlugen sich abermals an dem-selben Hinderniss wie vordem, Rückgabe vonSmolensk nebst anderenStädten und Provinzen an Lithauen, und von Witebsk, Polozk, Kiew,Volhynien u. s. w. an Russland. Die lithauischen Gesandten baten we-nigstens um Verlängerung des Waffenstillstandes auf einige Jahre, dannum Frieden mit Livland, Johann aber ging auf Nichts ein, ein sehrunverständiges Verhalten, das für ihn wie für Russland sehr nachthei-lige Folgen herbeiführte. Wenn er mit dem Orden nicht Frieden machenwollte, so musste er jedenfalls sich deshalb nach der Seite von Lithauenund Polen versöhnen, indem er den Waffenstillstand verlängerte, welchensowohl Sigismund August wünschte, wie er selbst für nöthig hielt,aber aus Leidenschaft und Eigensinn, zu seinem Schaden verweigerte.An Stelle des Bündnisses oder Waffenstillstandes mit Lithauen und Po-len, wurde nur der Bruch zwischen ihnen beschleunigt, infolge des am18. September 1556 zu Wilna zwischen Sigismund August undLivland geschlossenen Bündnisses und dem Zerfall des Ordens im Jahre1561 in 5 Theile (zwischen Russland, Schweden, Dänemark und Polen) wie es oben angegeben wurde.

Die polnische Regierung hatte viele gewichtige Gründe, um denBesitz von ganz Livland und vor Allem die Vertreibung der Russen,und demnächst der Schweden aus diesem Lande zu wünschen. Johannseinerseits hatte noch weit triftigere Ursachen sich ganz Livlands biszum Meere zu bemächtigen, aber auch zuerst mit Lithauen und Polenein Ende zu machen, dann auch mit Schweden, mit dem er deshalb auchFriedens-Unterhandlungen anknüpfte. Doch waren diese nicht alleinerfolglos (weil Erik, gleich seinem Vater, forderte, dass sie direkt zwi-schen ihm und Johann, nicht aber durch Vermittlung der Statthalterin Nowgorod geführt würden), sondern sie führten zu einem schlimmenAusgang für die russischen Gesandten und Kaufleute in Finnland undSchweden. Doch blieb dies ohne weitere Folgen, denn Johann hatteseine ganze Aufmerksamkeit auf Lithauen gerichtet. Um dieses zu einerfriedlichen Einigung bezüglich Livlands zu bewegen (noch Solowjewauch vielleicht, um Verwandtschafts-Anrechte an Lithauen zu erwerben)plante Johann seine Vermählung mit einer von den Schwestern Sigis-