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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 457

inaii aber von eleu Gesandten das Geld verlangte, hatten sie Nichts, undnun gab, hierüber erzürnt, Johann Befehl, die Gesandten zu entlassenund den Feldzug fortzusetzen.

Im Januar 1558 rückte das Heer aus Pskow in Livland ein und ver-wüstete es furchtbar auf 200 Werst Ausdehnung, schlug bei Derpt, We-senberg und an andern Orten die ihm entgegen gesendeten Corps, undkehrte Ende Februar mit ungeheurer Beute zurück. Durch die Verhee-rung und Beraubung wollten die Wojewoden, wie es damals üblich war,den Hochmeister zur Unterwerfung unter Johann zwingen, wozu sie ihnauch durch ein Schreiben geneigt machten. Er schickte Gesandte, undJohann befahl den Krieg zu beenden. Die Bewohner von Narwa aberwollten ihn nicht beenden, sondern beschossen über die Narowa hinwegIwangorod. Johann befahl den nowgoroder Wojewoden inlwangorod,das Feuer ihrerseits gegen Narwa zu erwidern. Das vermochte dieseStadt nicht länger als eine Woche zu ertragen, dann erklärten die Ein-wohner ihre Unterwerfung, stellten Geiseln, und schickten auserleseneLeute nach Moskau. Man erklärte ihnen, dass sie den Militär-Befehls-haber von Narwa ausliefern und die Stadt den nowgorodischen Woje-woden übergeben müssten. Die Deputirten willigten ein und leistetenfür die ganze Provinz Narwa den Eid. Als aber die nowgörodischenWojewoden dies in Narwa bekannt machen Hessen, da verwarfen dieBewohner der Stadt das, was ihre Vertreter ausgemacht hatten, weil sieinzwischen Hülfe vom Hochmeister erhalten hatten. Nun bemächtigtensich die Iwangoroder Wojewoden, begünstigt durch eine in Narwa aus-gebrochene grosse Feuersbrunst (am 11. Mai) der unteren Stadt, trotzheftigen Widerstandes der Bewohner, und führten gegen Abend einenSturm auf die Wyschgorod (Burg oder Citadelle) aus unter gleichzeitigemlebhaftem Feuer aus ihren eigenen und den in der unteren Stadt fortge-nommenen Geschützen. Endlich machten die Truppen und Bewohner deroberen Stadt (Wyschgorod) Vorschläge zur Uebergabe mit allen Ge-schützen, unter der alleinigen Bedingung, dass ihr militärischer Befehls-haber mit der zugesendeten Unterstützung freien Abzug erhalte. Dasbewilligten die Wojewoden, und nun leisteten, nach Auszug der Truppenund besten Bürger, die Uebrigen Johann den Unterthaneneid.

Inzwischen waren in Moskau die Gesandten des Hochmeisters mit60000 Thalern eingetroffen und baten, dass man vorerst nicht mehr ver-langen solle, denn die Provinz Derpt sei gänzlich ausgesogen und dasrussische Heer habe weit mehr an Beute aus derselben weggeschleppt,als die ausbedungene Summe betrage. Auf Verwendung der moskauischenKaufleute waren die Verhandlungen bereits eingeleitet, als die Nachrichtvon der Einnahme von Narwa eintraf; die Gesandten wurden nun mit derForderung entlassen, dass der Hochmeister, Erzbischof und Bischof