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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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452 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

einen Einfall des Khans, stellte Truppen bereit, und Johann selbstwürde auf die erste Nachricht ins Feld gerückt sein. Der Khan aberkam nicht, weil er auf der einen Seite von den Dnjepr- und Don-Kasa-ken, auf der andern von Astrachanzern und Nogaien bedroht wurde, dieseine Ulusse zerstörten, in der Krym aber ausserdem noch Hungerund Seuchen herrschten. Der Khan schickte Gesandte mit Friedens-Vorschlägen nach Moskau und führte Beschwerde über die von allenSeiten auf die Krym gerichteten Einfälle. Johann erwiderte, dass, wennder Khan Frieden halte, auch gegen ihn kein Krieg geführt werden würde,andernfalls aber drohe Krieg zu Wasser und zu Lande, denn auf demMeere wüssten die Russen schon den Weg zur Krym.

In der That schienen nach der Eroberung der beiden östlichen ta-tarischen Reiche, Kasan und Astrachan, die Umstände ausserordentlichgünstig zur Unterwerfung auch des dritten krymschen, das dem russi-schen Staate beständig ein so schädlicher, unruhiger und feindseligerNachbar gewesen war. Adaschew und die übrigen nächsten Rath-geber Johann's, welche auf die recht beträchtliche Streitmacht desrussischen Reiches, auf die Mitwirkung der Dnjepr- und Don-Kasaken,der Nogaien und Tscherkessen rechneten, riethen ihm daher, die Kasa-ken unter seine Botmässigkeit zu nehmen und mit der Krym ein Ende zumachen, wie mit Kasan und Astrachan. Aber Johann ging nicht dar-auf ein, und die Meinungen unserer neuesten Historiker sind darübergetheilt. Karamsin (der übrigens Johann gar nicht gewogen ist)und die übrigen Historiker aus den Jahren 183040 (Ustrjälow,Polewoi u.s. w.) sind der Ansicht, dass Johann zurückgeschrecktsei durch die Grösse und Schwierigkeit des Unternehmens, die Krym zuunterwerfen, wie durch die Aussicht auf einen daraus entspringendenKrieg mit dem türkischen Sultan, der den Krym-Khan als seinen Unter-gebenen unterstützte, und mit welchem Johann in Frieden und Freund-schaft zu leben wünschte. Nach Unterwerfung von Kasan und Astrachanund den Angriffs-Operationen gegen die Krym vor 1559 habe Johann(nach Kar am sin's und der Anderen Meinung) in ein reiferes Alter(29 Jahre) tretend, seinen Charakter zu ändern begonnen, sei iniss-trauisch, argwöhnisch, jähzornig geworden, der Rathschläge Ada-schew's und seiner anderen Berather überdrüssig gewesen, und habenur seinen eigenen durch Niemand beschränkten Willen und seineSelbstständigkeit gelten lassen wollen. Seine Rathgeber, da sie ihmnicht zum Nachgeben bewegen konnten, wollten wenigstens die Mög-lichkeit eines Angriffs auf die Krym durch Dnjepr und Don zur Seenachweisen, und aus diesem Gedanken seien die Expeditionen vonRshewski und Wischnewetzki entstanden. Die Erfolge der Letz-teren aber änderten Johann's abweichende Ansicht nicht, weil er