Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 451
Im Mai 1558 meldete Wischnewetzki, dass er bis Perekop ge-gangen sei, aber nirgends einen Krymzer getroffen babe, weil der Khan,von Sigismund August gewarnt, alle seine Ulusse über Perekop biuauszurückgezogen und sieb zur Gegenwehr entschlossen habe. Wischne-wetzki wollte den Sommer in Islam-Kermen zubringen, Johann aberbefahl ihm nach Moskau zurück zu kehren, unter Zurücklassung von klei-nen Abtheilungen von Bojaren-Kindern, Strelitzen und Kasaken amDnjepr. Die Krymzer versuchten demnächst in kleinen Abtheilungenüber die Wolga zu setzen, und die Fischer zu überfallen, sie wurden jedochvon Russen oder Tscherkessen abgewehrt.
So verging Sommer und Herbst des Jahres 1558; Ende dieses Jah-res hatte der Khan gehört, dass Johann mit allen seinen Kräften gegenLivonien zu Felde ziehe und in Moskau Niemand sei, er beschloss dahereine Winter-Campagne gegen Moskau, um sich an Johann für die ZügeRshewski's und Wischnewetzki's und besonders für die Verwei-gerung von Geschenken und Abgaben zu rächen.
Mit einem Heere von fast 100000 Mann brach er im Dezember 1558in 3 Haufen gegen Rjäsan, Tula und Kascbira auf. An dem jFlusseKrassiwajaMetscha aber erfuhr derZarewitsch Mahmet-Ghirei, wel-cher den Haupt-Heerhaufen befehligte, dass Johann sich in Moskau,Wischnewetzki inBjälew, und Scheremetj ef in Ejäsan befinde,drehte um, und verlor in Folge des kalten Winters eine Menge Leuteund Pferde.
Dieses Verhalten Dewlet-Ghirei's bestimmte Johann, Anfang1559 Wischnewetzki mit 5000 Mann an den Don, und den Okol-nitschen Daniel Adaschew mit 8000 Mann in die Stadt an derIssiola und von da an den Dnjepr zu senden , damit der Eine vom Don,der Andere vom Dnjepr aus in die Krym vordringe. Im Frühjahr be-siegte Wischnewetzki bei Asow 250 Krymzer, welche in die Pro-vinz Kasan auswichen. Die Thaten Adaschew's waren bedeutendwichtiger und hervorragender: zu Schiffe bis in die Dnjepr-Mündunggelangt, nahm er hier 2 türkische Schiffe weg, landete an der Westküsteder Krym, zerstörte oder verbrannte die Krym-Ulusse, raubte grosseBeute zusammen, und kehrte ungehindert zum Dnjepr zurück, nachdemer die russischen und lithauischen Gefangenen befreit hatte. Die Krym-zer, vollständig ahnungslos überrumpelt, konnten erst gar nicht zur Be-sinnung gelangen und sich um den Khan schaaren, welcher deshalb auchnicht im Stande war, Adaschew noch in der Krym anzugreifen, son-dern ihn nur auf dem Dnjepr bis zum Cap Monastyrki unweit der Nena-sytnitzer Wasserfälle verfolgte, aber auch da nicht wagte ihn anzufallenund deshalb zurückkehrte.
Inzwischen erwartete man in Moskau den ganzen Sommer hindurch