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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Benierkenswertheste Kriege und Feldzüge. 449

ner von Islam-Kermen hatten aus Furcht sich geflüchtet und Rshewskifuhr, nachdem er ihre Pferde und Vieh fortgetrieben, weiter nachOtscha-kof, nahm hier das Fort, schlug Türken und Krymzer, und fuhr aufdem Dnjepr zurück. Die Türken verfolgten ihn, er aber verstecktesich im Dnjepr Schilf, that durch Gewehrfeuer den Türken grossenSchaden, und fuhr dann weiter auf dem Dnjepr. Bei Islam-Kermenstiess er auf K a 1 g a, den ältesten krymschen Zarewitsch, mit allenStreitkräften der Krym, setzte sich ihm gegenüber auf einer Insel fest,beschoss 6 Tage laug sich mit den Krymzern aus Flinten, trieb in derNacht sogar ihr Vieh auf die Insel fort, setzte dann auf das rechte li-thauische Ufer des Dnjepr über und entkam wohlbehalten. Zum Schlüsseseines Berichtes meldete Rshewski an Johann, dass der Khan nichtmehr gegen die russische Ukraine ziehen werde, theils aus Furcht vordem versammelten russischen Heere. theils weil in der Krym eine tödt-liche Seuche ausgebrochen sei.

Diese 2 ersten, kühnen und glücklichen russischen Expeditionenden Dnjepr und Don hinab, nach Otschakof und Asow sind sehr interes-sant so wohl durch ihren kühnen offensiven Charakter, als durch denEinfluss, welchen sie auf die Donschen und besonders die Dnjepr-Kasa-ken übten, welche seit dieser Zeit sich als thätige und nützliche Verbün-dete der Bussen gegen Krymzer und Türken erwiesen. Als Rshews-ki's Expedition mit solchem Erfolge ausgeführt war, geriethen alle Ka-saken in der lithauischen Ukraine (heutigem Gubernium Kiew undPodolieu) in Bewegung, an ihrer Spitze vornehmlich der Befehlshaberdieser Ukraine, der Starosta von Kanjew, Fürst Dimitrji Wischne-wetzki, ein echter Kasak von Gesinnung, der würdige NachfolgerEustath Daschkowitsch's. Im September 1556 kam einer derAtamans der Dnjepr-Kasaken, welcher mit Rshewski vor Otschakofgewesen war, zu Johann mit einer schriftlichen Erklärung von Wisch-newetzki, der bat in seinen Dienst treten zu dürfen, und ihn benach-richtigte, dass er schon aus Lithauen vom Könige fortgezogen sei undeine Stadt auf der Chortizker Insel des unteren Dnjepr, gegenüberKonskie Wody, bei dem Krymschen Nomadenlande gegründet habe.Johann schickte an Wischnewetzki 2 Bojaren-Kinder mit einemGeleitsbrief und mit gnädigen Worten. Wischnewetzki Hess durchsie erwidern, dass er Johann ein treuer Diener sein wolle, und schwornach Moskau zu kommen, vorher aber wolle er noch seinen Eifer fürJohann's Dienst beweisen und die Ulusse und Islam-Kermen mitKrieg überziehen. Die Folgen von dem Allen machten sich bald be-merkbar: im Dezember 1556 schickte Dewlet-Ghirei Couriere nachMoskau mit der Mittheilung, dass er auf den Loskauf aller dem Sehe-remetjef weggenommenen russischen Gefangenen verzichte und einen