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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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448 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

Heer sehr fürchtete, den Uebergang über die Sosna zu bewerkstelligenund zog in fluchtartigem Rückzuge weiter.

Während dessen war Johann mit einem starken Heere schon überdie Oka gegangen und näherte sich Tula, als er Scheremetjef'sNiederlage erfuhr. Nun war ein Theil der Wojewoden der Ansicht,dass man vor dem Khan nicht den Rücken wenden dürfe, sondern gegenihn marschiren müsse, der ermüdet und geschwächt sei durch 2tägigenhartnäckigen Kampf. Johann stimmte der letzteren Meinung bei undsetzte den Marsch auf Tula fort, erfuhr aber bei seinem Eintreffen da-selbst, dass der Khan so rasch abgegangen sei (70 Werst täglich), dasser schon 4 Tagemärsche von Tula entfernt war. Nun kehrte Johannnach Moskau zurück, nachdem er in Tula 2 Tage verweilt hatte, um alleTruppen zu versammeln. Wenn er den Khan hätte erreichen können,bevor dieser dem Scheremetj ef die Niederlage bereitete, so wäreder Khan, von hinten und von vorn durch 2 starke russische Heere an-gegriffen, wahrscheinlich total geschlagen und für lange Zeit den russi-schen G-renzen zu schaden ausser Stande gesetzt worden. Leider aberlagen die Umstände so, dass der Khan Scheremetj ef besiegen undvor Eintreffen Johann's entweichen konnte.

Im März des folgenden Jahres 1556 erfuhr Johann, dass derKhan sich bei beginnendem Frühjahr anschickte, mit seiner gesammtenMacht in die russischen Grenzen einzufallen. Er sendete also seinenDjak Rshewski aus Putiwl an den Dnjepr, damit er zu Schiffe aufdiesem Strome zu den krymscken Ulussen gelange und Nachrichten überden Khan einziehe. Rshewski hatte in Putiwl leichte Schilfe erbauenlassen und fuhr damit die Seima, Desna und den Dnjepr hinab. Gleich-zeitig fuhr zu demselben Zwecke ein anderes Corps auch auf leichtenFahrzeugen den Don hinab. Im Mai befahl Johann, auf die Nachricht,der Khan sei mitVorräthen für den ganzen Sommer aufgebrochen, dassseine Truppen sich bei Serpuchow sammelten und von da nach Tularückten, um von hier aus in die Steppe zu gehen und den Kahn zu be-kriegen. In Serpuchow erhielt er von dem Führer des Don-Corps.Tschulkow, einen Bericht, dass Letzterer bei Asow 200 Krymzergetroffen und zersprengt und von Gefangenen gehört habe, dass derKhan wirklich beabsichtigt hatte, in die russischen Grenzen einzu-brechen, dann aber auf die Kunde, dass Johann zu seinem Empfangebereit sei, sich gegen die Tscherkassen gewendet habe, schliesslich aberauf die weitere Nachricht von dem Erscheinen zahlreicher russischer Trup-pen auf dem Dnjepr bei Islam-Kermen (nahe dem heutigen Berislawl)schleunigst zur Krym zurückgekehrt sei. Die Russen bei Islam-Kermenwaren Rshewski's Leute, zu welchen am Dnjepr noch 300 kleinrus-sische Ochotsche Kasaken aus Kanjew gestossen waren. Die Einwoh-