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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 447

rückte selbst in 3 Tagen aus Moskau nach Kolomna. Hier erhielt er dieNachricht, dass der Khan auf Tula rücke, und dirigirte nun sogleichMstislawski und die andern Wojewoden von der Oka dahin, wohin erselbst von Kolomna ihnen folgte.

Dewlet-Ghirei hatte sich in der That, bis Isjum vorgedrungen,nach links gewandt und war rasch auf Tula vorgegangen. Schere-niet j e f folgte ihm vom Donez nach, um seine Corps aufzuheben, wenn siesich zur Plünderung in den Grenzgebieten zerstreuten, und entsendetezunächst 1 / 3 seines Heeres gegen den krymschen Tross, welcher gewöhn-lich 5—6 Tage hinter dem Hauptheer folgte, damit die halbirte Anzahlder Pferde und Kameele besser Nahrung fänden. Der von Schere-metjef entsendete Heerhaufen nahm die ganze krymscke Bagage mit60000 Pferden und 80 Kameelen, und meldete ihm, dass der Khan aufTula gehe. Scheremetjef setzte seinen Marsch hinter dem Khan herweiter fort, während dessen aber hatte Letzterer von Johann's Bewe-gung gegen ihn hin Kenntniss erhalten und sich ungesäumt zurück ge-wendet. An der natürlichen Grenze der Sudbischtscha, 150 Werst vonTula, stiess er auf Scheremetjef, welcher durch den Abgang desDritttheils von seinem Heere, das gegen den Train des Khans gezogenund noch nicht zurück gekehrt war, nicht über 7—8000 Mann stark war.Trotz dieser geringen Streitmacht nahm S cheremetj ef kühn den Kampfmit den gesammten Kräften des Khan auf, schlug sich von Mittag biszur Nacht mit ihnen, brachte die Vorhut wie die rechte und linke Handin Unordnung und nahm die Fahnen der Schirinsker Fürsten. Der Khanaber behauptete den Kampfplatz, und Scheremetjef machte sich zuerneutem Kampfe am andern Morgen bereit. Deshalb schickte er in derNacht Boten zu dem detachirten Corps, mit dem Befehle, zu Hülfe zueilen. Aber es trafen von diesem Heerhaufen am Morgen nur wenige ein,die meisten hatten sich mit der Beute zu den nächsten russischen Städtengewendet. Der Khan hatte in der Nacht von einem der russischen Ge-fangenen erfahren, wie gering wirklich die Truppenstärke Schere-metjef's war, und fiel nun am Morgen mit seiner gesammten Machtüber ihn her. Dieser aber leistete tapfer und standhaft Gegenwehr, biszum Mittage, und es gelang ihm die Krymzer abzuschlagen und zusprengen, sodass bei dem Khan nur noch die Janitscharen blieben. Aberunglücklicherweise wurde er schwer verwundet und vom Pferde gewor-fen, seine Truppen geriethen in Unruhe und Unordnung, und — erlitteneine bedeutende Niederlage. Nur den beiden Wojewoden BassmanofundSidorow gelang es, 5—6000 Mann um sich zu sammeln, sich ineiner Waldschlucht festzusetzen und 3 mal bis zum Abend erfolgreichden Ansturm des ganzen Khan'schen Heeres abzuschlagen. Am Abendaber eilte der Khan, welcher das ihm von hinten nahende russische