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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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446 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

Meere und dem Kaukasus und den hier wohnenden kleinen Völker-schaften in Berührung, welche unter einander sich befehdeten, von denKrymzern bedrängt wurden, nothgedrungen den Schutz des mächtigenrussischen Reiches suchten, [und allmählich dieses immer weiter undweiter nach Südosten hin zogen (die erste Bewegung an und über denKaukasus).

Nach der vollkommenen Unterwerfung von Astrachan Hess Jo-hann den Ataman Ljalpun Philimonow sich an der Wolga beiPerewoloki (wo heute Zaritzin liegt) festsetzen, und den Hunderter K o -b e 1 e f an dem Flusse Igrysa, um die Nogaien von den russischen undKrym-Kasaken abzuhalten (Freischaaren), und um die Gesandten über-zuführen.

Und so hatten denn Kasan, Astrachan, Nogaien und Alles bis zumKaspi-See und Vor-Kaukasien sich Johann unterworfen: sogar dienächsten tscherkessischen Fürsten begannen Einer nach dem Andern sichzu unterwerfen. Es blieb nur ein geschworener unversöhnlicher GegnerJohann's übrig — der Krym-Khan, welcher, wenn auch umsonst, diesämmtlichen Wolga-Tataren gegen ihn aufzureizen suchte, selbst aberoffen gegen den mächtigen russischen Zaren aufzustehen/sich scheute.Indessen unterliess er, mit echt asiatisch-tatarischer Hinterlist, nicht mitJohann seit 1553 Verbindungen anzuknüpfen, indem er einen dauern-den Frieden zu halten versprach, wenn er nur freigebigere Geschenkeerhalte. Johann erwiderte, dass er Friede und Freundschaft nicht durchGeschenke erkaufen werde, aber damit der Friede dauerhafter sei, befahler in der Steppe gegen Tula die Festung Djädilow zu erbauen. Im Som-mer 1555 wagte Dewlet-Ghirei, nachdem er Derb y seh in Asrachanein Asyl gegen die Bussen gewährt hatte, von Neuem einen unver-mutheten Einfall in die moskauischen Grenzlande, und verbreitete dazuvorher das Gerücht, dass er gegen die Tscherkassen (Don- und Dnjepr-Kasaken) ziehen wolle. Johann fühlte sich verpflichtet, diese Letzterenin Schutz zu nehmen, und entschloss sich — der Erste von den mos-kauischen Herrschern, der dies wagte — einen Feldzug in die Krymzu unternehmen; er schickte den Bojaren Scheremetjef mit 13000Mann (Bojaren-Kindern, Strelitzen und Kasaken) aus Bjelew auf derMurawskischen Strasse nach Perekop in die Mamajewschen Wei-den, um die krymschen Heerden fortzutreiben und den Khan von denTscherkassen abzulenken. Unterwegs erfuhr, am Don-Ufer, Sche-remetjef, dass der Khan mit 30000 Mann (darunter Janitscharen mitGeschütz) in die rjäsanschen oder tulaschen Grenzlande (Ukraine) zog,'und machte davon Johann Mittheilung. Letzterer schickte sogleich denFürsten Iwan Mstislawski mit andern Wojewoden und Truppen, wiegewöhnlich an die Oka nach Kolomna, Serpuchow und Kaluga, und