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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswertheste Kriege und Feldztige. 431

räthe diente. Die hier versammelten Ueberbleibsel der Truppen Ja-pantscha's wurden, mit Ausnahme von 200 Mann, welche gefangen-genommen wurden, und Einigen, die sich durch die Flucht retteten,sämmtlich niedergemacht. Dann wandte sich Fürst Gorbaty zudemLandstädtchen Arsko, das mit Gärten umgeben, an Getreide und Viehreich war, und wo die Landhäuser der kasanschen Vornehmen lagen.Im von den Einwohnern verlassenen Städtchen Arsko wurden ebenfallsviele Vorräthe aller Art vorgefunden. Von da kehrte Gorbaty aufeinem anderen Wege zurück, und verwüstete die ganze Arskoer Seitebis zur Kama in einer Breite von 150 Werst, machte eine Menge Gefan-gener, trieb Vieh und Proviant ein, befreite viele russische Gefangeneund traf nach 10 Tagen wieder in dem Lager vor Kasan mit so ungeheu-ren Vorräthen ein, dass der Bedarf des russischen Heeres für lange Zeitreichlich gedeckt war, während zugleich durch seinen Zug auch dieSicherung des Heeres nach der Arskoer Seite hin vollkommen herge-stellt worden war. Dagegen beunruhigten vom Kücken her dasselbedie häufigenAngriffederWiesen-Tscheremissen, welchePferde undRind-vieh forttrieben. Die Wojewoden des Regiments der rechten Handschlugen und verjagten sie, aber die Truppen dieses Regiments warenbesonders ermüdet, sowohl durch ihre beständige Wachsamkeit, wieauch dadurch, dass Viele durch das Feuer aus der Stadt und durch Re-gengüsse ausser Gefecht gesetzt wurden, welche die niedrig gelegenenStellen ihres Lagers überschwemmten.

Während dessen nahmen die Belagerungs-Arbeiten ihren lebhaftenund eifrigen Fortgang. Um kräftiger gegen das Innere der Stadt zuwirken, wurde von dem Djak Wyrodkow 2 Werst hinter dem rus-sischen Lager ein 6 Sashen hoher hölzerner Thurm auf Rollen erbaut.Zur Nacht schob man ihn dem Zarischen Thor gegenüber an die Stadt- .mauer (im Südosten der Stadt) und besetzte ihn mit 10 grossen und 50mittleren Geschützen und mit guten Gewehr-Schützen, die mit Tages-anbruch ein heftiges Feuer eröffneten, welches der inneren Stadt vielenSchaden that und den Bewohnern grosse Verluste zufügte. Die Letzterensuchten Schutz in Höhlen und Gräben, welche sie unter den Stadtmauernund Thoren aushoben, oder in Erd-Traversen, und waren Tag und Nachtzur Vertheidigung bereit, indem sie namentlich auch nicht zuliessen, dassdie Schanzkörbe an den Graben vorgebracht wurden. Trotzdem abergelang es dem Fürsten Michael Worotynski, die Schanzkörbe demArsko-Thurme und Zarischen Thore gegenüber bis dicht an den Graben-rand zu schaffen (3 Sashen breit und 7 Sashen tief). Hier entspannsich nun ein besonders heisser Kampf, der nur von Zeit zu Zeit unter-brochen wurde, um beiden Theilen ein Ausruhen zu ermöglichen. Einedieser Pausen benutzten die Kasanzer, als die Belagerer sich zum Mittag-