430 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigj ährigen Kriege etc.
zu Fuss und 30000 Mann zu Pferde gegen Japantscha entsendet.Fürst Gorbaty stellte sich mit der Hauptmacht hinter Höhen gedecktim Hinterhalte auf und schickte einen Theil seiner Kräfte gegen denArskoer Wald vor, um Japantscha heraus zu locken. Dieser brachwirklich aus dem Walde gegen die entsendete Abtheilung hervor, welchedurch verstellte Flucht ihn an das Versteck heran lockte. Nun fielenGorbaty und Serebrjany von den. Seiten und dem Kücken ganzplötzlich über ihn her und warfen ihn, eine Menge Feinde erschlagendoder gefangen nehmend, weit in den Wald hinein zurück.
Nach Rückkehr Gorbaty's schickte Johannn einen der vondiesem eingebrachten Gefangenen nach Kasan mit einem Schreiben undder Forderung sich zu ergeben, anderenfalls drohend, dass alle Gefan-genen getödtet werden würden, was, als keine Antwort erfolgte, auchwirklich Angesichts der Stadt geschah.
Inzwischen hatte noch am 31. August Johann dem beim Heerbefindlichen detitschen Ingenieur (Rasmysl) den Befehl ertheilt, nachAnweisung des aus Kasan übergelaufenen Mursen Kama'i,. eine Pul-vermine an einem geheimen Verbindungsgang nebst Wasserleitung zwi-schen dem Kasanka-Ufer und dem Muraljejewschen Thore zu legen. DieWojewoden der Andere - Garde, Fürst Wassilji Serebrjany undSimeon Scheremetjef wiesen daraufhin, dass man die Mine an dengeheimen Gang vom Dairow-Thurme aus legen könne, der schon in derGewalt der Russen war. Nun befahl Johann dem Ingenieur, seineGehulfen an diese Arbeit zu setzen, und selber eine grosse Hauptmineunter das Arskosche Thor im Osten der Stadt zu legen. Tag und Nachtwurde an der ersten Mine gearbeitet; als sie fertig war, legte man 11Pulverfässer hinein, und am 4. September flog der geheime Gang undein Theil der Stadtmauer mit in die Luft, wobei eine Menge Kasanzerin der Stadt durch herumfliegende Steine und Balken umkamen. Dierussischen Truppen drangen stürmend vor und in die Stadt ein, machtenviele Einwohner nieder und zu Gefangenen, konnten sich aber drinnennicht behaupten.
Die Kasanzer verloren den Muth, Einige wollten sich unterwerfen,Andere im Gegentheil aufs Aeusserste Widerstand leisten; man suchtenach Wasser und musste sich schliesslich mit einem einzigen schmutzi-gen und stinkigen Bache behelfen, — in Folge davon die Menschen er-krankten und starben.
2 Tage nach der Breschelegung (6. September) nahm Fürst Gor-baty Schuiski nach blutigem Kampfe im Sturme eine stark befestigteSchanze, welche die Kasanzer etwa 15 Werst von der Stadt im Arsko-Walde auf steiler Höhe zwischen 2 Sümpfen errichtet hatten, und die zurAufbewahrung verschiedener Kostbarkeiten, Kriegs- und Proviantvor-