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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. . 429

unter dem Schutze von Arkebusiren (Pischtschalniki) und von Kasakenaufgestellt, und an beiden Tagen kam es zu lebhaftem Kampf mit denKasanzen. Am 27. August brachte der Wojewode Morosow schwereGeschütze zu den Schanzkörben, und aus allen Batterien wurde ein leb-haftes Feuer gegen die Stadt eröffnet. Strelitzen und Kasaken in Gru-ben vor den Batterieen postirt, richteten gleichfalls ein verheerendesFeuer auf diejenigen, welche sich auf der Stadtmauer sehen Hessen.Dieses heftige und unausgesetzte Beschiessen tödtete viele Leute in derStadt und (bei den Ausfällen) im Felde.

Bald aber wurden Aufmerksamkeit und Kräfte der Belagerer nacheiner andern Richtung gelenkt: der kasansche Fürst Japantscha fielam 28. August mit zahlreicher Reiterei aus einem Versteck in den Ars-koer Verhau über das Lager des Avantgarden-Regiments auf dem Ars-koer Felde her. Fürst Chilkow wurde unterstützt durch Pronski,Mstislawski, Obolenski und einen Theil der zarischen Druschine,welche Johann hingesendet hatte. Nach heissem Kampfe ward Ja-pantscha mit grossem Verlust in den Wald zurückgetrieben, aberauch die russischen Truppen hatten im Gefecht mit ihm gleich schwereVerluste erlitten. Von nun an Hess Japantscha sie nicht mehr inRuhe, und jedesmal, wenn von der äussersten Spitze eines Stadtthurmeseine grosse Fahne ausgehängt wurde, brachen gleichzeitig Japantschaaus dem Wald und die Belagerten aus der Stadt gegen sie hervor.

Am 29. August stellte das Regiment der rechten Hand unter demSchutze des Feuers der Strelitzen Schanzkörbe längs der Kasanka undauf dem Arskoer Felde bis zur Kasanka auf, Japantscha im Waldewurde überwacht. Den ganzen Tag währte ein lebhaftes Schiessen aufbeiden Seiten, aus Geschützen, Gewehren und Bogen, ein Ausfall fandaber nicht statt. Bis zum Abend hin war die Stadt vollkommen vonrussischen Truppen und Verschanzungen umgeben, an trockenen Stellendurch Schanzkörbe, an tiefergelegenen und feuchteren durch eine Palli-sadirung von dem Lande ganz abgeschlossen.

7 Tage seit der Eröffnung der Belagerung waren verflossen, undschon war das russische Heer durch die unaufhörlichen Ausfälle aus derStadt, die Angriffe Japantscha's aus dem Walde, die anstrengendenBelagerungsarbeiten und Mangel an Ruhe wie an Nahrung erschöpft.Tag und Nacht musste es zu Arbeit und Wachtdienst heran, ohne auchnur Zeit zum Essen und Ruhen zu haben, um die verlorenen Kräfte wie-der zu gewinnen. In Folge dessen ward beschlossen das Heer in 2 Theilezu theilen : der eine sollte die Belagerung ausführen, der andere dieDeckung jenes nach draussen gegen Japantscha hin übernehmen.Zu letzterem Zwecke wurde am 30. August der erfahrene und tapfereGorbaty Schuiski und mit ihm Fürst Serebrjany mit 15000 Mann