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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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428 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

Stadtmauer, und endlich die Zelte und das Lager Johann' s seihst hin-ter dem Regiment der linken Hand.

An demselben 23. August noch machten die Kasanzer, als die russi-schen Truppen den Bulak überschritten und das Bergterrain zwischender Stadt und dem unteren Kahan-See zu besetzen anfingen, ihren ersteuAusfall aus der Stadt, und von da ab wiederholten sie solche täglich mitgrossem Nachdrucke und verzweifelter Tapferkeit. Die Russen tratenihnen aber jedesmal muthig und in ungewöhnlicher Ordnung entgegenund schlugen sie tapfer zurück: es nahmen nur die dazu befohlenenTruppentheile am Gefechte Theil, die übrigen wagten nicht sich von derStelle zu rühren. Die heftigsten Ausfälle und erbittertsten Kämpfe fan-den am 23., 26. und 29. August statt. Am 23. August hatten die FürstenJurji Pronski und Feodor Lwoff mit einer etwa 7000 Mann star-ken Abtheilung von Kasaken und Strelitzen sich allen Übrigen vorausgemacht, kaum aber hatten sie den schlammigen Bulak passirt, alsKasanzer, 5000 Reiter und 3000 Mann zu Fuss, auserlesene Truppen ansder Stadt den Berg herab sich auf sie stürzten und sie zurückdrängten.Die Kasaken und Strelitzen wurden verstärkt, es entspann sich ein heis-ser, erbitterter Kampf, welcher damit endete, dass die Kasanzer in dieStadt zurückgeworfen wurden. Ebenso heftig waren die Ausfälle am26. und 29. August, zwischendurch aber und nachher fanden täglichnoch andere statt, von geringerer Bedeutung, in allen aber hielten sichdie russischen Truppen ausgezeichnet und schlugen siegreich die Kasan-zer zurück.

Indessen waren nicht die Feinde allein von Anfang der Belagerungan zu bekämpfen, sondern auch die Natur, und dieser letztereKampf besonders stellte die Festigkeit Johann's auf eine harte Probe.Am 24. August warf ein starker Sturm alle Zelte, auch das des Zaren,um, beschädigte und versenkte eine Menge Schiffe auf der Wolga, ver-darb sehr viele Vorräthe und brachte bei dem Heere grosse Nieder-geschlagenheit hervor. Johann aber Hess den Muth nicht sinken: erordnete die Heranführung neuer Vorräthe aus Swjäshsk und Moskauan, erklärte seinen festen Entschluss, nicht vor Kasan fort zu gehen ohnees genommen zu haben, wenn er auch den Winter davor liegen bleibenmüsste; Tag und Nacht umritt er die Stadt und recognoscirte die Punkte,wo am besten und nothwendigsten Schanzen anzulegen und Geschützeaufzupflanzen waren. Inzwischen wurden die Belagerungsarbeiten seitdem 23. August mit Eifer und ohne Unterbrechung fortgesetzt, Schanz-körbe wurden aufgestellt, und, wo es nöthig war Pallisadenzäune undGeschütze dahinter. Die ersten Schanzkörbe mit Geschützen (Batterieen)wurden am 25. und 26. August von dem Grossen Regiment, dem derlinken Hand und dem der Nachhut auf 50 Sashen von dem Stadtgraben