426 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
findet). Dieser Plan wurde im Jahre 1833, nach örtlichen Forschungenund sorgfältiger Ausarbeitung, durch den Professor Ustrj älow mit denErzählungen des FürstenKurbski herausgegeben (ein Abdruckist diesem Bande beigegeben). Nach diesem Plane bieten die Lage desalten Kasan, seine Umgebung und Befestigungen folgendes Bild:
Das Terrain, in welchem Kasan lag, ist von Flüssen, Bächen, Seenund Sümpfen durchschnitten; dazwischen höhere und niedrigere Terrain-wellen. Der Hauptfluss, die Kasanka, fliesst in einer tiefen Senke vonNordost nach Westen dicht bei Kasan vorbei (heute 7 Werst von derWolga), dann nach Süden zur Wolga auf deren linker Seite. Der anderekleinere, morastige Fluss Bulak, entströmt dem sich von Südost nachNordwest erstreckenden Unteren Kaban-See, der nach Südost durch denAusfluss des Oberen Kaban-See's mit Letzterem in Verbindung steht, und2 Werst weiter unterhalb bei Kasan selbst von links her in die Kasankamündet. Westlich vom unteren Kaban-See und dem Bulak-Fluss fliessen 2kleine Bäche: die obere Itschka vom Süden (nahe der Wolga) zur Ka-sanka von links her, unterhalb des Bulak, und die untere Itschka, ausmehreren Teichen zur Wolga von links her fliessend. Von rechts herfällt in die Kasanka zwischen Bulak und oberer Itschka ein kleinerFluss, welcher aus einem kleinen See 1 Werst von der Kasanka vonNord nach Süd fliesst und kurz vor der Mündung in diese noch einenkleinen Zufluss von links her aufnimmt.
Zwischen den diese Flüsse, Seen und Abflüsse aufnehmenden Sen-kungen finden sich folgende Wasserscheiden: 1) die höchste und bedeu-tendste zwischen Kasanka und Bulak; in dem-Winkel zwischen beidenund dicht an deren Zusammenfluss erhebt sich steil und hoch ein Pla-teau, 300 Sashen*) lang, und 150 Sash6n breit von Nordwest noch Süd-ost; auf diesem lag die Festung von Kasan (sein Kreml), an demäussersten Rande der Höhe mit Holzmauem und 8 Holzthürmen um-schlossen, zwischen denen Thore sich öffneten (siehe unten); die Mittedieser Festung war durchschnitten von der in Richtung von Nordennach Süden verlaufenden tiefen Tesizker Schlucht, jenseits welcher sichdie grossen steinernen, mehrere Höfe enthaltenden Gebäude des zari-schen oder Khans-Hofes befanden, von 5 hohen steinernen Moscheenumgeben, unter denen eine die Hauptmoschee war (und die Gräber derKhane enthielt); — 2) eine andere plateauartige Erhöhung, von derersten bedeutend überhöht, östlich derselben, durch eine von West nachOst laufende Schlucht in Felder getheilt, war von der Stadt besetzt, rundmit Holzmauern und 14 dito Thürmen umgeben, Thore dazwischen (sieheunten); — 3) östlich derselben lag eine andere breite Anhöhe, das Arsko-
*) 1 Sashen (Faden) = 6,80 Fuss = 2,134 Meter. Anm. d. Uebers.