420 III- Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
zusammen und setzte sich unter dem Oberbefehl des Fürsten DimitrjiBjelski, bei starker Kälte, von der es viel litt, gegen Kasan in Marsch.Vor Kasan traf Johann am 14. Februar 1550 mit einem etwa 60000Mann starken Heere ein, schloss die Stadt ein, eröffnete das Feuer gegendieselbe und schritt zum Sturm. Doch dieser Sturm misslang und kostetenur viel Menschen auf beiden Seiten. Danach trat Thauwetter ein mitstarken Regengüssen und Stürmen, die Flüsse traten über, die Wegewurden grundlos, die Zufuhren blieben aus, es trat Mangel an Lebens-mitteln ein und Hunger drohte dem Heere. Nach lltägigem Verweilenvor Kasan war Johann gezwungen, ohne irgend welchen Erfolg abzu-ziehen. Nachdem das Avantgarden-Regiment mit den schweren Ge-schützen vorausgesendet, folgte Johann selbst mit der Reiterei, hielteinen Angriff der Kasanzer auf, wehrte sie überall ab und verlor nichtden Muth. Dem Beispiele seines Vaters folgend, gründete er an derSwjaga-Mündung eine Stadt, die er Swjäshsk nannte, ordnete derenBefestigung sowie ihre Besetzung durch Schig-Alej mit russischenTruppen und kasanschen Auswanderern an, und kehrte am 25. Märznach Moskau zurück.
Die Lage von Swjäshsk im Lande der Berg-Tcheremissen hatte zurFolge, dass diese, wie auch Tschuwaschen und Mordwen sich Johannwillig unterwarfen und ihm huldigten. Das führte wieder eine Verstär-kung der moskauischen Partei in Kasan und die Entfernung der krym-schen von da mit sich. Die Kasanzer baten Johann, ihnen Schig-Alej zum Zaren zu geben, Johann aber verlangte die Auslieferung vonUtemysch, sowie von dessen Mutter Sjujunbeka, und aller russi-schen Gefangenen; dem Schig-Alej aber erklärte er, dass er ihm daskasansche Zarenreich mit der Lugower und Arskoer Seite geben wolle,die Gornaer Seite aber bei Swjäshsk für sich behalten werde. Schig-Alej fühlte sich dadurch gekränkt, wurde aber im August durch Ada-schew in Kasan eingeführt (und mit ihm 500 russische Strelitzen unterChabarow's Befehl), gab 60000 russische Gefangene frei (doch bliebenausserdem deren noch viele zurück) und bat nun, dass ihm die GornaerSeite auch belassen werde. Johann aber bestand auf Freilassung allerübrigen russischen Gefangenen, und verweigerte die Rückgabe der Gor-na-Seite. Bald hatte Schig-Alej die Unzufriedenheit der Kasanzer indem Maasse gegen sich erregt, dass Viele derselben mit den Nogaien inVerbindung traten; und als er dies erfuhr, ermordete er bei einem vonihm gegebenem Gastmahl 70 Verschworene, was die Kasanzer noch mehraufbrachte, sodass sie gegen ihn, er aber über sie bei Johann Be-schwerde führte. Kurzum, es herrschte in Kasan solche Unordnung,dass, nach Adaschew's Rath, Johann beschloss Schig-Alej nachMoskau zu bringen, und ein russisches Heer aus Swjäshsk nach Kasan