Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 419
das Eis auf der Wolga sich mit Wasser bedeckte und viele Geschützeund Menschen zu Grunde gingen. 3 Tage verweilte Johann bei dieserInsel in der vergeblichen Hoffnung auf besseres Wetter, dann schickteer den Fürsten Dimitrj i Bj el ski mit dem Heere nach Kasan, mit demBefehle, sich mit Schig-Alej bei dem Eintritt des Flusses Zywila indie Wolga zu vereinigen, — er selbst kehrte nach Moskau zurück, tiefbetrübt, dass er den Feldzug nicht hatte zu Ende führen können.
Bjelski zog nach bewerkstelligter Vereinigung mit Schig-Alejnach Kasan, — auf dem Arskoer Felde stiessen sie auf den gegen sie vor-rückenden Saffa-Ghirei, der von ihrem Avantgarden-Regimentunter Fürst Mikulinski zurückgedrängt wurde. 7 Tage blieben dieWojewoden vor Kasan liegen, nur die Umgegend verheerend, dannkehrten sie zurück, ohne sonst Etwas vollbracht zu haben. Zur Vergel-tung fielen die Kasanzer im Herbst in die Provinz Galitsch ein, wurdenaber bei dem Flusse Jegowka auf dem Gussewo-Felde durch den Kostro-mer Statthalter Jakowlew besiegt.
Die Langsamkeit und Lauheit der bisherigen Kriegführung gegenKasan, in der Furcht vor den Krymschen begründet, war Schuld daran,dass die östlichen Grenzbezirke durch die Kasanzer schrecklich verwüstetwurden. Der Tod Saffa-Ghirei's aber, im Februar 1549, brachteeine für Moskau günstige Wendung der Dinge hervor, indem er dieKrympartei auflöste und die Streitigkeiten und Unruhen in Kasan ver-mehrte. Die Krymzer und deren kasansche Gesinnungsgenossen riefenden 2 Jahre alten Sohn Saffa-Ghirei's, Utemysch, zum Zaren aus,zur selben Zeit, da in Moskau schon ein volljähriger Zar herrschte, derselbständig sein Reich regierte und (auf Ada sehe w's Rath) entschlossenwar, endlich entschieden gegen Kasan vorzugehen. Er erliess Befehlezur Zusammenziehung des Avantgarden - Regiments in Schuja undMurom, des Grossen-Regiments in Susdal, der rechten Hand in Kostroina,der linken Hand in Jaroslawl, der Nachhut in Jurjew. Die Kasanzer, diedrohende Gefahr erkennend, schickten nach der Krym um Hülfe zubitten, aber die moskauischen Kasaken fingen und tödteten ihre Gesand-ten und sendeten deren Briefschaften nach Moskau. Im Juli Hessen dieKasanzer in Moskau um Frieden bitten, worauf Joh ann verlangte, dasssie Gesandte zur Führung der Unterhandlungen schickten. Diese er-schienen aber nicht, und am 24.November 1549 zog Johann mit seinemBruder Jurji ins Feld, den Schutz von Moskau seinem Vetter Wladi-mir Andrejewitsch tiberlassend. In Wladimir traf er alle Vorbe-reitungen für den Feldzug, Hess sogar den Metropolit Makarji aus-drücklich kommen, um die Wojewoden zu ermahnen, dass sie währenddes Krieges nicht Rangstreitigkeiten erheben sollten (nestschitatjsja mjästami). In Nishni-Nowgorod traf das ganze Heer