418 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis'zum dreissigjährigen Kriege etc.
Krassiwoi Metschi verfolgt, wobei auf dem Kulikower Felde die russi-schen Vortruppen die krymsche Arriere-Garde besiegten.
Aber im Jahre 1544 hatte Imin-G-hirei grössere Erfolge beim An-griffe auf Bjelewsker und Odojewer Gebiet, aus welchem es ihm gelangmit einer Masse Gefangener zu entkommen, da die Fürsten Schtschenja-tef, Schkurljatew und Worotynski sich mit Rangstreitig-keiten (sa mj ästa) beschäftigten und nicht ihm entgegen traten.
Hierauf beschloss man in Moskau, alle Beziehungen zur Krym ab-zubrechen und um jeden Preis mit Kasan fertig zu werden. Hierwünschte man nach Saip's erfolglosem Feldzuge, Frieden mit Moskauzu machen. Ueber die weiteren Vorgänge aber bis zum Frühjahr 1545fehlen alle Nachrichten; im April dieses Jahres wurde, unbekannt auswelcher Ursache, ein Feldzug gegen Kasan eröffnet, und die WojewodeuFürsten Punkow, Palezki und der Bojare Scheremetjef brachenzu Schiffe auf der Wolga, — der Fürst Serebrjany aus Wjatka aufder Wjatka undKama, — undLwof aus Perm gleichfalls zu Schiffedahin auf. Serebrjany machte unterwegs viele Feinde nieder, trafmit Punkow zugleich vor Kasan ein, und zusammen brachten sie hierund an der Swjaga viele Kasanzer um, dann kehrten die Wojewodenzurück. Lwof dagegen, der nach ihnen vor Kasan erschien, wurde ein-geschlossen, geschlagen und getödtet. Dieser unbedeutende Feldzughatte jedoch die eine gute Folge, dass Saffa-Ghirei gegen seineFürsten den Argwohn der Verrätherei fasste, und sie umzubringen be-gann; die Uebrigen entflohen und Hessen in Moskau um Entsendungeines Heeres nach Kasan bitten, wobei sie versprachen, Saffa-Ghireiauszuliefern.
Im Dezember 1545 ging der 15jährige Johann, selber nach Wla-dimir, um näher bei Kasan zu sein, und am 17. Januar 1546 erhielt ervon hier die Nachricht, dass Saffa-Ghirei verjagt sei und man bitte.Schig-Alej zu schicken. Im Juni 1546 führte Fürst Bjelski denLetzteren in Kasan ein, kaum aber war er zurückgekehrt, so wurdeSchig-Alej von den Kasanzern vertrieben und Saffa-Ghirei zu-rückberufen. Die krymsche Partei hatte die Oberhand gewonnen, unddie moskauische nebst den Tscheremissen bat Johann um Entsendungeines Heeres nach Kasan.
In Folge dessen zog im Dezember 1547 der inzwischen mündig ge-wordene (17jährige) und in Moskau zum Zar gekrönte Johann selbergegen Kasan zu Felde, zunächst nach Wladimir, wohin im Januar 1548aus Moskau grosse Geschütze gebracht wurden (unter grossen Schwierig-keiten, weil es ein sehr warmer Winter mit viel Regen war). Im Februarfuhr Johann aus Nishni-Nowgorod die Wolga hinab; als er bei derInsel Robotka Halt machte, trat aber so starkes Thauwetter ein, dass