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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 417

einem der tatarischen Zarewitsche wurde aufgetragen am Flusse Pachrjazustehen, Schig-Alej sollte aus Kassimow, die Wojewoden aus Ko-stroma nach Wladimir, Schuiski zu Hülfe, gehen. Am 26. Juli rückteSaip-Ghirei zur Stadt Osetra vor, wo er in den Niederlassungen desWojewoden Glj äbow mit den Krymschen kämpfte, von denen er Vieletödtete und gefangen nahm. Dann wurde Bulgakow von der Pachrjaan die Oka geschoben und an seine Stelle andere Wojewoden gestellt.Während dessen hatte die Bojaren-Duma den 11jährigen Johann ver-mocht in Moskau zu bleiben, welches in starken Vertheidigungsstandgesetzt werden sollte, und den Wojewoden an der Oka befohlen, sichdort zu behaupten, und keinerlei Uneinigkeit unter einander aufkommenzu lassen.

Am 30. Juli erreichte Saip-Ghir ei das rechte Oka-Ufer undschickte sich zum Uebergange an. Das russische Avantgarden-Regimentunter Führung des Fürsten Turuntai Pronski, eröffnete das Feuer-gefecht mit den Krymzern, Saip-Ghir ei befahl den Türken aus Ge-schützen und Gewehren gleichfalls zu feuern. Pronski's Regimentgerieth in Bedrängniss, aber es kamen zu seiner Hülfe nach einander her-bei die Fürsten: Mikulinski, Serebrjany-Obolenski, Kurbski,Schuiski, und endlich Bjelski. Saip-Ghirei, dem man vorgeredethatte, dass alle moskauischen Kräfte nach Kasan abgerückt seien, undder nun statt dessen ein so zahlreiches russisches Heer sich gegenübersah, zog sich besorgt ins Lager zurück, und als er erfuhr, dass beidem russischen Heere auch Kanonen waren, ging er eiligst auf dem-selben Wege den er gekommen war, zurück, unter Zurücklassung einesTheiles seiner Fahrzeuge, während der andere Theil mit den türkischenGeschützen abfuhr. Mikulinski und 0 b o 1 e n s ki verfolgten ihn undmachten viele Zurückgebliebene nieder oder zu Gefangenen. Saip-Ghirei ärgerte sich, dass er vergeblich abziehen musste, rückte am 3.August nach Pronsk, forderte es zur Uebergabe auf, was von den Woje-woden Sh u 1 e b i n und Kobj ak of abgewiesen wurde, und richtete sichnun zur Belagerung ein, Wojewoden und Einwohner dagegen zur Ver-theidigung. Auf die Nachricht aber von dem Herannahen Mikulinski'sund Obolenski's eilte Saip-Ghirei bis an den Don zurück. DieWojewoden rückten ihm nach, am Don aber machten sie Halt, schicktenden bereits über den Fluss gegangenen Saip-Ghirei nur ein Beobach-tungscorps nach, und kehrten dann zurück.

Im Frühjahr 1542 fiel Saip's ältester Sohn Imin-Ghirei in dieSjeversche Provinz ein, ward aber von den Wojewoden besiegt. ImAugust desselben Jahres erschienen in der Provinz Rjäsan die Krym-schen, stiessen aber auf des Fürsten Pronski's Regiment, flohen undwurden von den Wojewoden aus verschiedenen Ukraine-Städten bis nach