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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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durchzubrechen und m Bjelski m gelangen vermochte. Trete allerdieser Umfalle Kehl« jedoch Bjelski, sobald das Beitex-keer einge-troffen war, am 15, August Kasan ein» Während die rassisehe Cavaleriedie kasamseJie im Schach hielt, wurden die Belageruiigsmaselliiiiien amdie Stadtmauern gebracht and begannen ihre Arbeit. Die Belagertenschössen ans ihren Geschützen, bald aber wurde ihr emsiger GeseMte-meister getidtet, mnd dies beweg sie, na» Frieden su bitten, mit derVerpflichtung Gesandte naeh Moskau in schicken, welche ihre Unter-werfung anzeigen sollten. Bjelski war dazu bereit und hob die Be-lagerang auf, seine Trappen kennten es vor Hunger nicht mehr aushalten.Die Kasanzer schielten ihre Gesandten nach Moskau, baten aber, dassSaffa-Ghirei als ihr Zar bestätigt werde. Und Wassilji willigteein, obgleich dies seinen Winsehen und seinem wirkliehen Interesse zu-wider war.

Dieser klägliche Ausgang des mit so grosser Trnppenmacbt und s©grossen Hoffnungen auf guten Erfolg begonnenen Feldzuges, welcher dieallgemeine Erwartung so wenig beftiedigt. mitTollkommenemi Misserfolggeendet, grosse Verluste herbeigeführt, und fast das ganze Heer zuGrunde gerichtet hatte, erregte den allgemeinsten Unwillen gegenBj elski. Man beschuldigte ihn nicht allein des Ungeschicks, der Muth-losigkeit und Angst, sondern sogar der Verrätherei, indem man arg-wöhnte, dass er sich habe von den Kasanzern erkaufen lassen. Dochwar dies ungerecht: man konnte Bjelski Schuld geben, dass erlangeZeit vergeblich bei Gostinny Ostrow stehen blieb, ohne die Feuersbrunstin der kasanschen Festung zu benutzen, ohne die Kasanzer an der Er-bauung einer neuen Mauer zu hindern, und hauptsächlich, dass er, nach-dem die Belagerung fast zu Ende geführt war, sie aufhob, Mos weil dieKasanzer feige um Frieden gebeten hatten und sein Heer Hunger litt(obgleich, wenn er Kasan genommen hätte, dort sieh Lebensmittel inMenge gefunden haben würden). Aber andrerseits war Bjelski docheinigermaassen gerechtfertigt dadurch, dass ohne Beiterei, Artillerie undLebensmittel er mit dem Schiffs-Heere (Fussvolk) allein nichts gegen diekasansehe Keiterei und die Tscheremissen unternehmen konnte, welcheihn von allen Seiten einschlössen. Die vorhergebenden und späterenBeispiele der Aktionen russischer Heere gegen Kasan (besonders derFeldzug Johann's IV., 1552, s. u.) beweisen hinlänglich, dass es dabeimierlässlich war, während Fussvolk und Artillerie Kasan belagerten,mit der Reiterei diese Belagerung nach draussen zu decken nnd die ka-sansche Reiterei abzuwehren.

Vier Jahre lang ist nun von den kasanschen Angelegenheiten nichtmehr die Rede. Im Jahre 1529 schickte Saffa-Ghirei Gesandte nachMoskau, um zu erklären, dass er Wassilj i den Huldigungseid schwören