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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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410 HI. Von Einführuug der Feuerwaffen bis zum dreissigj ährigen Kriege etc.

einer russischen Stadt, Wassilsursk genannt, auf kasanschem Gebietean der Mündung der Sura in die Wolga, der erste und sehr wichtigeSchritt zur gänzlichen Unterwerfung von Kasan (der zweite war die unterJohann IV. erfolgende Erbauung von Swj äshsk).

Die Hauptaktion aber gegen Kasan war für das folgende Jahr 1524vorbehalten. Im Sommer dieses Jahres brach ein mächtiges über 150000Mann starkes Heer unter Oberbefehl des Fürsten Iwan Bj elski, theilszu Schiffe, theils zu Lande, aus Nishni-Nowgorod auf. Das Schiffsheer(Fussvolk) befehligten: Bjelski, G-orbaty, Kurbski, Zacharjin,Ljazki u. A., das Reiterheer Chabar-Simski mit Gehülfen; derFürst Pale zki führte auf Schiffen auf der "Wolga einen starken Artille-rie- und Provianttransport herbei. Bestürzt floh Saip-Ghirei in dieKrym, in Kasan seinen 13jährigen Neffen Saffa-Ghirei zurücklas-send, und versprach mit einem türkischen Heere zurückzukehren!Die Kasanzer erklärten Saffa-Ghirei zu ihrem Zaren und rüstetensich mit den Tscheremissen und Tschuwaschen zu heftiger Gegenwehr.

Am 7. Juni landete Bjelski mit dem Schiffsheer und bezog einLager bei Gostinny Ostrow vor Kasan, wo er 20 Tage lang auf das Ein-treffen des Reiterheeres wartete. In dieser Zeit brannte die Mauer derkasanschen Holz-Festung ab, das moskauische Heer aber rührte sichnicht von der Stelle, weder um, diese Feuersbrunst ausnutzend, sich derFestung zu bemächtigen, noch um wenigstens die Kasanzer an Herstel-lung der Mauer zu verhindern. Erst am 28. Juli verlegte Bjelski dasLager an das Ufer des Kasanka-Flüsschens. S a f f a- G h i r e i, der nichtweit von diesem Lager stand, versuchte einigemale, aber vergeblich, esdurch tscheremissische Fusstruppen zu beunruhigen. Inzwischen kamenaber weder das Reiterheer noch die Vorrathsschiffe heran, die Tschere-missen verwüsteten die Umgebung des russischen Lagers und schnittenihm alle Verbindungen ab, sodass es unmöglich wurde, von der Lagedes russischen Heeres eine Nachricht nach Nishni-Nowgorod oder Moskaugelangen zu lassen. Hunger, Niedergeschlagenheit und Verzagtheit be-gannen im russischen Lager zu herrschen und verwandelten sich inSchrecken, als es hiess, das Reiterheer sei durch die Kasanzer geschla-gen. Das war aber ein falsches Gerücht: bald erfuhr man, dass nur einkleines Reiterkorps eine Niederlage erlitten, die Hauptmacht dagegenunter Simski zweimal die Kasanzer an der Swijaga besiegt habe. DasSchiffsheer aber unter Pale zki fand, dass die Tscheremissen mit Stei-nen und Bäumen die schmalen Stellen zwischen den Inseln zuschüttetenund vom Ufer aus Pfeile und Balken gegen die Russen abschössen, so-dass Palezki gezwungen war, viele schwere Geschütze und andereschwere Gegenstände in's Wasser zu versenken, dennoch viele Schiffe,Leute, Gewehre und Vorräthe verlor, und nur mit wenigen Schiffen