Bemerkenswertheste Kriege und Feklzüge. 409
Tagesanbruch das vereinte russische Heer an, bei welchen er gänzlichenMangel an Vorsicht bemerkte, brachte es in Unordnung und Verwirrung,und fügte ihm erheblichen Verlust zu. Bestürzt floh Alles zu den Schiffen,Geschütze, Waffen, Fahrzeuge und die zusammengeraubte Beute imStiche lassend und eine grosse Anzahl Menschen verlierend*). Mit denSchiffen führte Dimitrji das Fussvolk nach Nishni-Nowgorod zurück,das Reitercorps aber, unter Führung des tatarischen Zarewitsch D s h a -nalei und des Wojewoden Kisselew, ging nach Murom, wurde vonden Kasanzern eingeholt, schlug sie jedoch und langte wohlbehalten inMurom an.
Wassilji begann im Frühjahr nächsten Jahres (1507) sich zueinem neuen Feldzug zu rüsten. Aber Mahmet-Aminj Hess im Märzdieses Jahres in Moskau um Frieden bitten, wobei er versprach, die rus-sischen Gefangenen frei zu geben. Um diese zu retten, willigte Was-silji in den Frieden auf der alten Basis, wie es bei seinem Vater war.
Etwa 15 Jahre lang blieb Kasan nun in Buhe und Frieden. Im De-zember 1518 starb Mahmet-Aminj, und da schon das Jahr vorhersein Bruder Abdul-Letif, welcher in Kaschira als dessen bestimmterNachfolger lebte, mit Tode abgegangen war, so ernannte Wassilji denjungen Schig-Alej, Enkel Achmat's und folglich geborner FeindMahmet-Ghirei's, aber in Moskau erzogen und Wassilji ergeben,zum Zaren von Kasan, den er besonders deswegen dazu machte, damitKasan nicht in der Gewalt der Ghireer verblieb, wie es Mahmet-Ghirei gewünscht hatte. Es wurde schon oben dargelegt, was dies fürFolgen hatte: Mahmet-Ghirei erregte das Missfallen und die offeneEmpörung der Kasanzer gegen Schig-Alej , setzte seinen Bruder Saip-Ghirei auf den kasansehen Thron und führte zur selben Zeit, Sommer1521, einen Einfall gegen Moskau und dann gegen Astrachan aus, wurdeaber von den Nogaien-Fürsten umgebracht, welche seine Söhne in dieKrym verfolgt hatten.
Von Mahmet-Ghirei befreit und die Astrachaner zu Freundenhabend, nicht aber zu Feinden, unternahm Wassilji nun einen Feldzuggegen Kasan. Im Sommer 1523 ging er selbst nach Nischni-Nowgorod,von wo er Schig-Alej und den Fürsten Schuiski mit einem Schiffs-heere auf der Wolga, den Fürsten Gorbaty mit einem Reiterheere zuLande nach Kasan schickte. Diese Campagne beschränkte sich lediglichauf die Verwüstung des kasanschen Landes bis zur Wolga und Anlegung
*) Nach andern Nachrichten griffen die Kasanzer zur List, da sie nicht durchGewalt die Russen überwinden konnten ; sie schlugen ein Lager bei der Stadt auf,zogen sich aus demselben bei Annäherung der Russen in die Stadt, und als Jenedas Lager zu plündern begannen, fielen sie von der Stadt aus über sie her undmachten sie nieder. (Solowjew).