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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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408
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408 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

§. 187.Krieg mit Kasan (15051530).

Fast während der ganzen Regierungszeit Wassilji's dauerte derKrieg mit Kasan fort, gelegentlich unterbrochen, dann wieder neu auf-lodernd. Seit der Zeit, wo Johann III. von dem kasanschen ZarenMahmet-Aminj den Huldigungseid empfangen, konnte Kasan sichnicht der Macht der G-rossfürsten von Moskau, Johann III. und Was-silji III., entziehen, wollte aber doch nicht ihnen ganz unterthan seinund verhielt sich sogar oft feindlich. So hatte schon zu Lebzeiten Jo-hann's Mahmet-Aminj auf Anstiften seiner Schwester die Kasanzeraufgewiegelt und war in das Nishegorodsche eingedrungen, sodass Jo-hann noch kurz vor seinem Tode Maassregeln zu Jenes Niederwerfunghatte ergreifen müssen. Wassilji, der Politik seines Vaters folgend,wollte die Macht über Kasan nicht aus den Händen geben und schicktegleich zu Anfang seiner Regierung, im Frühjahr 1506, aus Nishni-Now-gorod auf der Wolga nach Kasan ein Schilfs- und Reiterheer unter demOberbefehl seines Bruders Dimitrji, und unter ihm der WojewodenFürsten Bjelski, Rostowski, und Kurbski, Schein, Palezkiund vieler Anderer (darunter kein Einziger von den altgedienten und er-probten Wojewoden Johann's). Am 22. Mai langte das Schiffsheer(Fussvolk) vor Kasan an, landete, ohne das Eintreffen des Reiterheeresabzuwarten, und rückte an einem schwülen Tage gegen die Stadt vor.Ein Theil der Kasanzer rückte aus, jenem entgegen, und begann dieSchlacht, ein anderer Theil eilte heimlich in den Rücken der Russen undschnitt sie von den Schiffen ab. Das russische Heer erlitt eine schwereNiederlage und grosse Verluste an Todten, Gefangenen und im PoganerSee Ertrunkenen (nördlich von Kasan); die Andern konnten sich nachden Schiffen durchschlagen.

Wassilji, welcher dies am 9. Juni erfuhr, befahl noch am selbenTage dem Fürsten Wassilji Danielowitsch Cholmski mit denandern Wojewoden und dem Heere nach Kasan zu marschiren, währendsein Bruder Dimitrji Anweisung erhielt, bis zu Cholmski's Ein-treffen Nichts mehr gegen die Stadt zu unternehmen. Dimitrji aber,am 22. Juni sich mit dem Reiterheere verbindend, hielt ein längeresZaudern für überflüssig, führte sofort Reiterei und Fussvolk wieder gegenKasan vor, und überfiel die Kasanzer unversehens während des Jahr-marktes auf dem Arskoer-Felde, erschlug eine Menge derselben und triebdie Uebrigen in die Stadt. Aber statt diesen ersten Erfolg auszunutzenund vielleicht ohne Mühe die Stadt im ersten Anlauf, mit den Fliehendenzugleich hineindringend, zu nehmen, Hess er seine Truppen die Waarenauf dem Jahrmarkte plündern und zahllose Unordnungen begehen. Dasmachte Mahmet-Aminj sich zu Nutze und griff am 25. Juni mit