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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 407

der Ghireer in der Krym, Astrachan und Kasan eine grosse Gefahr fürsich erblickten, plötzlich Mahrnet's Lager, tödteten diesen und eineMenge der Kiymschen, verfolgten Mahrnet's Söhne bis in die Krymund verheerten diese, zur selben Zeit, als von der andern Seite Eusta-phius Daschkowitsch mit seinen Kasaken gleichfalls sie verwüstendvorging. Der an Mahrnet's Stelle tretende Bruder desselben, Saidet-Ghirei, fing damit an, dass er von Wassilji 60000 Altyn") und denFrieden für Saip-Ghirei verlangte, was ihm natürlich verweigertwurde. Von nun an wurde die Krym für lange Zeit der Schauplatz vonBürgerkriegen, hörte jedoch nicht auf, auch Bussland zu beunruhigen.So erschien im Herbst 1527, alsSaidet-Ghirei's Gesandte in Moskauwaren, sein Verwandter Islam-Ghirei mit den Krymschen.an denUfern der Oka, aber die daselbst befindlichen moskauischen Wojewodenhinderten ihn am Uebergange, er musste sich zur Flucht wenden, ver-folgt von den Bojaren-Kindern, welche viele Krymzer erschlugen. Baldnachher wurde Saidet-Ghirei aus der Krym vertrieben und an seineStelle trat der gewesene kasanscheZar Saip-Ghirei. Im August 1533hatte Wassilj i in Erfahrung gebracht, dass die Verwandten desselben,Islam und Saffa-Ghirei sich den moskauischen Grenzen näherten;er schickte sich sofort zum Feldzuge gegen sie an, sandte Wojewodenmit Truppen nach Kolomna zur Oka, und nachdem er in Moskau Ge-schütze und Gewehre bereitstellen lassen und den Bewohnern der Vor-städte mit ihrem Besitzthum in die Stadt überzusiedeln erlaubt hatte,brach er am 15. August selber aus derselben zum Dorfe Kolomenskoeauf. An demselben Tage erreichten die Krymschen Rjäsan, brannten dieVorstädte nieder und zerstreuten sich plündernd, mordend und Gefangenemachend in die Umgegend. Was silj i befahl den Wojewoden Corps zurBenachrichtigung der Bauern über die Oka zu schicken. Eins dieserCorps unter Fürst Dimitrji Palezki schlug einen krymschen Heer-haufen 10 Werst von Nicola Saraski, ein anderes unter Fürst Ow-tschin-Telepnew-Obolenski besiegte einen andern feindlichenHaufen und stiess bei der Verfolgung auf das Gros der Krymschen. Diesesprengten Obolenski's Schaar auseinander, machten einige Gefangene,unternahmen aber weiter Nichts, sondern zogen, in Furcht mit demHauptheere Wassilji's zusammen zu stossen, schleunigst aus mos-kauischem Gebiete ab. Die Wojewoden rückten ihnen nach, konnten siejedoch nicht mehr erreichen. Inzwischen aber hatten die Beziehungenund Unterhandlungen mit der Krym nicht aufgehört, was jedoch dieKrymschen nicht abhielt, ihre räuberischen Einfälle bis zu Wassilj i'sEnde fortzusetzen.

*) Altyn = eine imaginäre Münze im Werthe von 3 Kopeken.

Anm. d. Uebers.

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