396 HI- Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
gerische Vorkommnisse zwischen Moskau und Lithauen, den unver-mutheten Angriff des Pskowschen Statthalters Saburow auf Roslawlabgerechnet. Jedenfalls hatte der lithauische Sieg bei Orscha keineirgendwie für Sigismund günstigen oder fürWassilji nachtheiligenFolgen. Ersterer konnte nicht einmal Smolensk wieder gewinnen, nochvon dem zu dieser Zeit erfolgenden Einfall der Krym-Tataren unter demSohne und Nachfolger Mengli-G-hirei's (der im Frühjahr 1515 ge-storben war) Mahm et-Ghir ei, und der Dnjepr-Kasaken unter Führungdes aus dem russischen Dienste entflohenen Eustath Daschkowitsch(s. unten) in die russischen Grenzen Nutzen ziehen. Die Krym-Tatarentraten bald zu Sigismund's, bald zu Wassilji's Gunsten auf, jenachdem sie das meiste Geld bekamen. In den Dnjepr-Kasaken abererhielt Polen schon zu dieser Zeit einen wichtigen Helfer, sie dientenSigismund mit Eifer, und dieser beschützte und begünstigte sie. Erreizte auch Plettenberg gegen Moskau auf, und dieser, der die vondorther für Livland drohende Gefahr kannte, war bereit sogleich mitPolen und Lithauen verbündet den Krieg anzufangen, wurde aber daranverhindert theils durch seine eigene Ohnmacht, theils durch die feind-lichen Beziehungen des Grossmeisters des deutschen Ordens, MarkgrafAlbrecht von Brandenburg, zu Polen. Für Wassilji hingegenwar es sehr natürlich, dass er das Bündniss mit Alb recht suchte, wiedas mit dem König von Dänemark, und so schleppte sich 1515, 16, und17 der Krieg langsam und unentschieden fort zwischen Moskau auf dereinen, Polen und Lithauen auf der andern Seite, und ihren Verbündeten,obgleich auch die Friedens-Verhandlungen unter Vermittelung des KaiserMaximilian nebenher weitergingen, von welchem zu diesem Zweck imApril 1517 als Gesandter der Baron Gerberstein in Moskau eintraf.Gleichzeitig erschien auch Albre cht's Gesandter ebendort, mit welchemein Vertrag geschlossen wurde, dass man gemeinsam gegen Sigismundkämpfen wolle; Wassilji versprach hierbei die Zahlung der von Al-brecht erbetenen Geldbeihülfe, nur solle dieser den Krieg eröffnen,Polen seine Städte entreissen, und nach Krakau gehen. Im September1507 aber entsendete auch Sigismund 2 Gesandte nach Moskau,gleichzeitig aber gedachte er wunderlicher Weise, nachdem er 3 Jahrenach dem Siege bei Orscha hatte verstreichen lassen, plötzlich Angriffs-Operationen zu beginnen. Den Anlass dazu gab der schon erwähnte un-erwartete Angriff des pskowschen Statthalters Saburow auf Boslawl,das er plünderte und dann verliess. Um dies zu rächen, brach Sigis-mund gegen Polozk auf, blieb mit einem Theil der Truppen dort undschickte Ostroshski mit einer starken Heeresmacht und czechischenund deutschen Söldnern nach Opotschek. 2 Wochen (6.—18. Oktober1517) stand Ostroshski vor dieser Stadt, beschoss sie lebhaft mit Ge-