Bemerkenswertheste Kriege und Feklzüge. 397
schütz, vertheilte seine Truppen in der Umgegend und schritt endlichzum Sturm. Aber der Statthalter Saltyko w-Morosow und die Bürgerwehrten sich mit aussergewöhnlicher Tapferkeit und Standhaftigkeit undschlugen den Sturm mit grossem Verlust für die Lithauer ab. Währenddessen eilten die moskauischen Truppen aus Weliki-Luki und Wjasmaschon nach Opotschek, wohin aber auch Verstärkungen für Ostroshskiaus Polozk abgingen, — und die Ersteren brachten an 3 Orten den Li-thauern Niederlagen bei, während der Wojewode Ljazki die zuOstroshski ziehenden Verstärkungen aufs Haupt schlug und ihnen Ka-nonen und Gewehre abnahm. Nun war Ostroshski genöthigt die Be-lagerung von Opotschek aufzuheben und das moskauische Gebiet ohneNutzen und Erfolg zu verlassen.
Diese Kriegsereignisse hatten die Friedens-Verhandlungen gehemmt,nach Ostroshski's Abzüge wurden sie wieder aufgenommen, bliebenaber, aller Anstrengungen Gerb erst ein's ungeachtet, erfolglos. Wievordem forderte Sigismund die Rückgabe aller Erwerbungen vonJohann und Wassilji, —und Letzterer Kiew, Witebsk, Polozk undsogar die Antheile Helena's in Lithauen. Bald hatte auch Maxi-milian, von den Angelegenheiten der Reformation in Anspruch genom-men, keine Zeit mehr sich mit jenen von Polen, Lithauen und Moskauzu befassen, und starb am 12. Januar 1519, sein Nachfolger aber,Karl V., brach alle Beziehungen zu Moskau ab. Allein Wassiljihatte bereits andere Bündnisse geschlossen: mit Christian IL vonDänemark gegen Schweden und Polen, und mit Albrecht von Bran-denburg gegen Polen und Lithauen. Nach Führung von erfolgreichenUnterhandlungen mit dem türkischen Sultan Seliml. behufs Verwen-dung der Krym-Tataren gegen Polen, erneuerte er sogar bald den Bundmit der Krym. Er willigte ein, dass für den zu Ende 1518 gestorbenenAbdul-Letif der Bruder von Mahmet-Ghirei, Sahib-Ghirei,zum Zaren von Kasan ernannt wurde, damit Mahmet-Ghirei gegenPolen Krieg führe. Solchergestalt war auf der Seite von Wassiljischon das offenbare Uebergewicht, und Sigismund befand sich ingrosser Gefahr. Bald jedoch ernannte Wassilji, aus Furcht, dassMahmet-Ghirei in der Krym wie in Kasan zu mächtig werde, zumZaren von Kasan, trotz des mit Jenem vorher geschlossenen Vertrages,den Feind desselben, Schig-Alej. Der Sohn Mahmet-Ghirei'swar mit 30000 Krym-Tataren bereits in Volhynien und Galizien einge-drungen, hatte Ostroshski bei Sokolo aufs Haupt geschlagen, dasLand verwüstet, eine Menge von Einwohnern getödtet oder gefangen ge-nommen, und kehrte mit ungeheurer Beute heim. Mahmet-Ghireiaber war durch Schig-Alej's Ernennung verletzt, und wenn er auchnicht sich gegen Wassilji erhob, so hörte er doch auf Sigismund zu