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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bernerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 395

Tscheljadnin selbst stand mit frischen Truppen während dessen un-tliätig, und als er sich endlich entschloss, dem Sieger in den Rücken zufallen, wurde er selber durch Swertschofski's Panzerreiter undRadziwil' s leichte Reiter attakirt. Seine Truppen vermochten diesemStosse nicht Stand zu halten und eilten in den nächsten hinter ihnenliegenden Wald. So endete diese blutige furchtbare Schlacht, die fastden ganzen Tag gedauert hatte, mit der gänzlichen Niederlage des rus-sischen Heeres und dem vollkommenen Siege Ostroshski's, der sichdadurch für seine eigene Niederlage im Jahre 1501 rächte. Der Verlustder Russen war colossal, 30000 Todte, an Gefangenen 8 Ober-Wojewoden,37 Unterführer, 1500 Dworjanen. Die moskauischen Quellen schweigenüber die Zahl der Todten und Gefangenen, stimmen aber mit denlithauischen darin überein, dass der Verlust ungeheuer gewesen. Fahnen,Geschütze und Bagagen fielen ebenfalls dem Sieger in die Hände. Nachder moskauischen Darstellung trat zuerst Michael Golizain den Kampfund Tscheljadnin brachte aus Missgunst ihm keine Unterstützung;als die Lithauer Letzteren angriffen, half ihm Goliza nicht; und alsendlich die Lithauer ihren 3. Stoss auf diesen richteten, Hess Tschel-jadnin ihn wieder ohne Hülfe, floh und entschied dadurch den Sieg(mit einem Worte in dem starken russischen Heere herrschte wederEinheit des Befehls, noch Einmüthigkeit und Uebereinstimmung derOperationen, während im lithauischen das Gegentheil stattfand).

Die Trümmer des russischen Heeres flohen nach Smolensk. Du-browna, Mstislawl und Kritschew ergaben sich sofort an Ostroshski,welcher mit 6000 Mann auserlesenen Truppen vorauseilte, nach Smo-lensk, dessen er sich durch Verrath zu bemächtigen hoffte, denn derMstislawsche Regent Fürst Isheslawski, die Anhänger Sigismund'sin Smolensk, und sogar der Bischof Warsonofji hatten den König indiese Stadt gerufen. Die Bojaren aber und Bürger von Smolenskwünschten bei Moskau zu bleiben, und hatten Schuiski davon Nach-richt gegeben, welcher Warsonofji und dessen Gesinnungsgenossenfestnahm; und als Ostroshski vor Smolensk anlangte. Hess Schuiskidie Verräther (W a r s o n o f j i ausgenommen) auf den Festungsmauern hen-ken, und meldete selber die Sache an Wassilj i, der sich inDorogobuschbefand. Vergeblich forderte Ostroshski dann die Bürger von Smolenskauf, sich Sigismund zu unterwerfen; als dies abgelehnt wurde, machteer einen Sturm auf die Stadt: Schuiski wehrte diesen mit den Smo-lenskern ab, vertheidigte sich nachdrücklich, und als Ostroshski un-verrichteter Dinge abzog, verfolgten sie ihn und nahmen ihm viele Fahr-zeuge ab. Wassilji belobte sie, schickte ihnen Verstärkung, und kehrteselber nach Moskau zurück.

Die russischen Chronisten schweigen hiernach über weitere krie-