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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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394 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

Schein zu erwecken, als ob sie weit mehr Truppen hätten, um die Li-thauer dadurch zu schrecken, Ostroshski dagegen wünschte nochschwächer zu erscheinen, als er war, und machte sogar Friedens-vorschläge. Die russischen Wojewoden verwarfen diese, ohne zu arg-wöhnen, dass es nur eine Kriegslist von Ostroshski war, der in-zwischen heimliche Zurtistungen traf, um an 2 Stellen über den Dnjeprzu gehen. In der Nacht zum 8. September durchschwamm seine Caval-lerie den Dnjepr, die Infanterie folgte auf rasch hergestellten Brücken.Als man Tscheljadnin meldete, dass die Lithauer überzusetzen be-gännen , und ihm rieth, sich gleich auf sie zu werfen, erwiderte er, erwolle seine Truppen nicht durch unnütze Bewegungen ermüden und lieberwarten, bis das ganze Heer der Lithauer übergegangen sei, ihnen dannden Rückzug abschneiden und sie mit einem Schlage aufreiben. Um 9Uhr Morgens stand schon das ganze lithauische Heer in Schlachtordnungauf dem linken Dnjepr-Ufer. Tscheljadnin formirte sein Heer da-gegen in 3 Linien, sie zu weit auseinander' dehnend, und sendete vonden Flanken aus gesonderte Corps in den Rücken des Feindes. MichaelGoliza hatte sich vom rechten Flügel mit einer grossen Reiterschaarabgezweigt und warf sich mit Ungestüm auf die linke Flanke derlithauischen Reiterei. Diese aber hielt den Choc aus, und als er sich vonihr loswickelnd zurückging, fiel ihm die polnische Reiterei aus der Re-serve in die Flanke. Verstärkungen eilten zu ihm hin, da theilte sichplötzlich die feindliche Reiterei, und in der Mitte erschien das Fussvolk,welches die russische Cavallerie auf Schussweite an sich heran Hess unddann ein furchtbares Feuer eröffnete, das vielen Verlust verursachte undsie in Unordnung und Verwirrung brachte. Nun brach Ostroshski'sgesammte Reiterei mit mächtigem Stosse gegen sie vor, warf und ver-folgte sie in die 2. russische Linie. Zborowski eilte zur Unterstützungherbei und ging mit Schischkofski und dessen Husaren durch dieausgedehnten russischen Linien dem Feinde entgegen. Während diessich im Centrum und auf dem linken Flügel der Lithauer zutrug, wandteauf dem rechten Flügel die lithauische Reiterei, welcher überlegene rus-sische Cavallerie gegenüber stand, sich zurück. Die russische Reitereistürzte in Unordnung ihr nach, plötzlich demaskirte sich hinter derlithauischen Reiterei Artillerie, welche die russische Cavallerie mit einerSalve aus allen Geschützen begrüsste, und gleichzeitig machte dielithauische Cavallerie Front und warf sich nun, verstärkt durch die pol-nischen Pancerni, welche in Reserve zurückbehalten waren, auf die be-stürzte und in Verwirrung gerathene russische Reiterei, trieb sie auf dasCentrum und den linken Flügel zurück und weiter bis zu der sumpfigenKrapiwna und dem linken Dnjepr-Ufer. Der linke russische Flügel konntesich nirgendshin zurückziehen und wurde grösstentheils niedergehauen.