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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 393

Stadt, Hess Listen von allen Bewohnern aufnehmen und Letztere dannihm (Wassilji) den Eid der Treue leisten. Am 1. August zog er seihstfeierlich in Smolensk ein, nahm die Fürsten, Bojaren und Volk durchschriftliche Urkunde in Pflicht, setzte ihnen den Fürsten WassiljiWassiljewitsch Schuiski zum Statthalter, beschenkte sie, entliessSologuh und dessen Söhne nach Lithauen (wo Ersterer als Verrätherhingerichtet wurde), stellte allen lithauischen dienstpflichtigen Leutenfrei, ob sie nach Lithauen gehen oder in moskauischen Dienst tretenwollten (Viele thaten Letzteres) und den Smolenskern, ob sie nach Mos-kau ziehen oder in Smolensk bleiben wollten, und versorgte alle nachMoskau Uebersiedelnden mit Geldmitteln.

Nachdem er solchergestalt Smolensk wieder mit Russland vereinthatte, von welchem es 110 Jahre durch Lithauen losgerissen gewesenwar, verliess Wassilji diese Stadt, zog auf dem Rückwege nach Doro-gobusch, und schickte seine Wojewoden nach Mstislawl. Hier huldigteihm Fürst Isheslawski, und dasselbe thaten die Einwohner vonKritschef und Dubrowna. Um Smolensk für den Fall, dass Sigismundkäme, zu behaupten, wurde Glinski nach Orscha gesendet, die Woje-woden Fürst Michael Goliza und sein Bruder Dimitrji Bulgakowy-Patrikjäjew aber, und der Stallmeister Tscheljadnin nach Boris-sowa, Minsk und Druzk.

Aber Sigismund zog ihnen schon aus Minsk nach Borissowa ent-gegen, in Hoffnung auf Erfolg, welche ihm Glinski einflösste. Letzterer,wie fremde Quellen besagen, hatte grossen Antheil an der Einnahme vonSmolensk durch Wassilji gehabt, indem die Mehrzahl der Bewohnerdurch Glinski's Anhänger bewogen worden waren, sich vor EintreffenSigismund's an Wassilji zu ergeben. Gerberstein aber giebt an,dass Wassilji versprochen habe, Smolensk an Glinski zugeben, waser aber nicht hielt. In seiner Hoffnung betrogen, knüpfte der ehrgeizigeGlinski nun Unterhandlungen mit Sigismund an und beschloss nachOrscha zu fliehen, er wurde aber vom Fürst Michael Goliza undTscheljadnin ergriffen und nach Dorogobusch vor Wassilji ge-bracht, welcher ihn in Ketten nach Moskau schickte und dann seinenWojewoden befahl, Sigismund entgegen zu gehen.

Letzterer hatte 4000 Mann bei sich in Borissowo behalten, den Restschickte er unter dem Fürsten Konstantin Ostroshski den russischenWojewoden entgegen. Nach fremden Nachrichten hatten diese fast80000 Mann, Ostroshski etwa 3035000 Mann bei sich. Ende Augusthatten Michael Goliza und Tscheljadnin nach mehreren unbedeu-tenden Scharmützeln zwischen den Avantgarden, sich bei Orscha aufge-stellt, mit dem linken Flügel am Flusse Krapiwna, einem linken Zuflussdes Dnjepr. Durch verschiedene Hin- und Hermärsche suchten sie den