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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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3SS III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

jatschitsch's Eintreffen wollte Glinski, dass dieser ihm helfe Sluzkzu überwinden (um, wie man meinte, sich mit dessen Fürstin Anastasiazu vermählen und dadurch Anspruch auf Kiew zu erlangen, über welcheszu Zeiten die Fürsten von Sluzk geherrscht hatten). Schemj atschitschaber wollte näher dem Norden sein, von woher das moskauische Haupt-heer anlangen sollte. Deshalb beschloss er mit Glinski nach Minsk zugehen, aber in das Innere von Lithauen nur leichte Truppencorps zuschicken, um das Land zu beunruhigen und ein Ansammeln von Truppenzu verhindern. Diese Corps streiften bis 8 Meilen an Wilna, 4 an Now-gorodok, und selbst bis nachSlonim. Sehemj atschitsch und Glinskilagen 2 Wochen vor Minsk, Nachrichten von dem moskauischen Haupt-heere erwartend, und da deren keine eintrafen, zogen sie von Minsk nachBorissow. Von hier schrieb Glinski an Wassilji und beschwor ihn, zuseinem eigenen und der ganzen bedrängten Christenheit (d. h. der recht-gläubigen Russen) in Lithauen Nutzen, seinen Wojewoden zu befehlen,dass sie nach Minsk eilen sollten, sonst würden seine (Glinski's) Brüderund Freunde in Verzweiflung gerathen, die bereits gewonnenen Städtegefährdet sein, und die all ergünstigs te Zeit gehe verloren,denn Kriegs-Operationen müssen im Sommer geschehen^).Wassilji aber benachrichtigte sie, dass die Wojewoden im Marscheseien: Schtschenja aus Nowgorod, Jakob Zacharjewitsch undGrigorji Feodorowitsch aus Welikie Luki, und befahl Seheni-jastschisch und Glinski zur Vereinigung mit ihnen nach Orscha,also noch weiter nach Norden, zu rücken, neuer Zeitverlust! Siebrachen dann nach Orscha auf und bemächtigten sich unterwegs derStadt Druzk. Mit ihnen zugleich traf Fürst Schtschenja bei Orscha ein,und sie belagerten nun zusammen diese Stadt; Jakob Zacharj ewitschstand zu dieser Zeit bei Dubrowna. Kurz darauf ging die Nachricht vonSigismund's Anmarsch auf Orscha ein (nach dem 11. Juni 1508), unddie Wojewoden, die Belagerung aufhebend, stellten sich am andernDnjepr-Ufer auf, gingen dann noch weiter nach Dubrowna zurück, undstanden hier 7 Tage unthätig! Sigismund ging aber nicht über denDnjepr und schickte auch keine Truppen hinüber, nach lithauischenQuellen that er es später, als seine Corps die russischen Truppen vomlinken Ufer vertrieben hatten; die Nacht trennte die Kämpfenden;Glinski suchte die Wojewoden zu bewegen, dass sie am andern TageSigismund eine Schlacht lieferten, aber diese weigerten sich und zogen

*) Diese sehr weisen und wahren Worte Glinski's sind einer der vielen Be-weise, dass der Kriegs-Lehnsdienst ungeeignet war zu rechtzeitigen und raschenKriegsaktionen. Während das Lehnsaufgebot sich sammelte und zur Grenze rückte,verstrich die Zeit und der günstige Augenblick war entschwunden.