386 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum clreissigjälirigen Kriege etc.
Vorgänger von Lithauen losgerissenen Provinzen. Städte und Länderzurück zu gewinnen, so konnte natürlich von friedlichem Ausgleichzwischen ihm und Wassilji keine Eede sein, und der Streit niusstedurch die Waffen entschieden werden. Die Umstände schienen hierbeigünstiger für Sigismund als für Wassilji, welcher von 3. vielleichtsogar von 4 Seiten: Lithauen. Krym, Kasan und Orden — bedrohtschien. Aber gerade jetzt trat, wie ausdrücklich für Wa s s ilj i bestimmt.in Lithauen ein Ereigniss ein, das sich für Wassilji höchst wichtig undnützlich erwies.
Unter allen vornehmsten lithauischen Grossen war in jeder Be-ziehung der hervorragendste Fürst Michael Glinski, Hofmarschall.Günstling von Alexander, der angesehenste und einflussreichste Mannzu Jenes Lebzeiten. Lange war er ausser Landes gewesen, in Italien.Spanien, am Hofe Maximilian's I. , und überall hatte er sich Zunei-gung und Verehrung zu erringen gewusst. durch seine Klugheit. Bildimgund kriegerisches Geschick. In Lithauen besass er ungeheure Güter undviele Schlösser, mehr als die Andern, und hatte eine Menge von An-hängern, namentlich unter den rechtgläubigen Küssen. Dies Alles erregtebei den andern lithauischen Grossen nicht blos Neid und Missgunst, son-dern auch Besorgniss. dass er sich die lithauische Grossfürsten-Würdeaneignen und die Residenz nach Russland verlegen könnte. Daherhatte sich zwischen diesen und Glinski heftige Feindschaft und Fehdeentwickelt. Als nun Alexander an der tödtlichen Krankheit darniederlag, hatte er Glinski das Heer übergeben zum Schutze gegen die Kryni-Tataren, welche Süd-Lithauen furchtbar verwüsteten. Glinski hatteeinen glänzenden und entscheidenden Sieg über sie erfochten und warnun den lithauischen Grossen noch gefährlicher geworden. NachAlexander's Tode war Glinski einer der Ersten, welche den nachWilna gekommenen Sigismund ihrer Treue versicherten, und war mitWohlwollen behandelt, wenn auch nicht mit dem Vertrauen, dessen ersich von Alexander erfreute. Dies ermuthigte Glinski's Feinde,welche ihn nun so zu verfolgen und zu beleidigen begannen. dass er,nach vergeblichen Versuchen sich die gesetzliche und gerechte Genug-thuung zu verschaffen, sich auf seine Güter zurückzog und von hier mitWassilji Verbindungen anknüpfte, indem er sich unter dessen Schutzund zu seiner Verfügung stellte, und ihm die leichte Eroberung von Kiewund Volhynien versprach. Wassilji ging mit Freuden auf seine Vor-schläge ein, ihm seinerseits jegliche Unterstützung gegen seine Feindezusichernd. Glinski überzeugte den Wassilji, dass für ihre beider-seitigen Angelegenheiten der Moment sehr günstig sei, denn lithauischeTruppen seien nicht zusammengezogen, und Hülfe aus fremden Ländernnicht zu gewärtigen. Wassilji antwortete, dass er ungesäumt seine