384 III- Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjiihrigen Kriege etc.
weder nur schwach (Mengli-Ghirei theils aus Alter, theils aus Ab-hängigkeit von seinen Söhnen und den Mursen, welche Alexander er-kauft hatte), — oder direkt feindlich (M ahmet- Am inj), — oder siethaten überhaupt Nichts (Stephan von Moldau). Johann selbst, ihrerMitwirkung beraubt, ermüdet durch den langjährigen unaufhörlichenKrieg, bekümmert durch den Tod seines ältesten Sohnes, durch Familien-Streitigkeiten und Hof-Intriguen, sehnte sich ebensosehr nach Frieden,wie seine Gegner. Die Schwierigkeiten aber sich über die Bedingungenzu einigen (Johann wollte die von ihm eroberten lithauisch-russischenStädte behalten, Alexander forderte deren Zurückgabe) zogen die Un-terhandlungen in die Länge. Endlich willigte 1503 Johann in den Ab-schluss eines Waffenstillstandes mit Lithauen und dem Orden auf 6Jahre, er behielt für sich das sjäversche Fürstenthum und gab an Li-thauen die übrigen Städte und Landstriche heraus, der Derpter Bischofaber wurde von Neuem zur Zahlung des jährlichen Tributes verpflichtet.So endete 2 Jahre vor Johann's Tode, nicht ohne Nutzen und Ge-winn für Russland, dieser schwere Krieg Johann's mit Lithauen unddem Orden.
II. Russische Kriege unter Wassilji III. (1505—33).
§. 185.Kriege mit Lithauen (1506—22).
Die Kriege unter Wassilji III., dem Sohne Johann's III. undSophia Paläologus. sind, wie seine ganze Regierung, eine Fort-setzung der von Johann geführten, mit denselben Zielen und derselbenBedeutung und Wichtigkeit, obschon sie weder den gleichen glanzreichenErfolg noch den gleichen Nutzen für das moskauische Reich hatten.
Die wichtigsten waren die Kriege, oder besser gesagt, der eineKrieg mit Lithauen, welcher mehrmals endete und wieder neu begann.
Nach Johann's Tode (27. Oktober 1505) erachtete Alexander vonLithauen den Zeitpunkt günstig zur Erneuerung des Krieges gegenRussland, und zwar gemeinsam mit dem livländischen Orden. Pletten-berg aber erklärte kluger Weise, dass man das Ende des Waffenstill-standes abwarten müsse, und erst sehen, welche Wendung die innerenAngelegenheiten Russlands nehmen würden, damit man nicht plötzlicheinen Krieg mit solch mächtigem Gegner sich auf den Hals lade.Alexander und sein Rath erkannten die Richtigkeit dieser Ansicht,