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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswertbeste Kriege und Feldzttge. 383

Livonier wagten lange Zeit nicht, oder vermochten nicht ins Feld zuziehen, endlich rückten sie aus und überfielen am 24. November infinstrer Nacht plötzlich das russische Lager vor Gelmet. Obgleich imersten Kampfe schon Obolcnski fiel, so fochten die Russen doch tapferund standhaft, schlugen die Livländer ab, trieben sie 10 Werst weit undbrachten ihnen ungeheure Verluste bei. Nach den Worten des Chronistenvon Pskow blieb von den Livländern Niemand übrig, der dem Hock- meister die Niederlage hätte melden können; der livonisehe Chronistgiebt an, dass die Russen vor Gelmet 1500 Mann verloren, Livland aberin diesem Feldzuge 40000 Menschen einbüsste, die von den Russen ge-tödtet oder gefangen seien.

Indessen erschien der wieder genesene Plettenberg noch imselben Jahre (1501) mit 15000 Mann vor Isborsk, begann es zu beschies-sen, blieb aber nur 1 Nacht davor liegen und belagerte nun Pskow,Alexander erwartend, welcher versprochen hatte an der Welikaja zuihm zu stossen. Die Pskowiten brannten die Vororte nieder und ver-theidigten sich so lange, bis Plettenberg die Belagerung aufhob undabzog, da er von dem Herannahen eines neuen russischen, von Johanngesendeten, Heeres gehört hatte, das die Wojewoden Fürsten DanielSchtschenja und Wassilji Schuiski befehligten. Diese gingen vonIsborsk Plettenberg in den Rücken und lieferten ihm am Smolin-See30 Werst von Pskow, eine Schlacht. Sie hatten die numerische Ueber-legenheit, er die besser geschulten Truppen. Er griff zu einer Kriegslist,indem er eine Bewegung nach der Flanke machte, als ob er ihnen ent-weichen wolle. Die russischen Truppen warfen sich zum Theil auf seineBagage, zum Theil in Unordnung auf die Livländer. Diese aber, sichzurückwendend, griffen sie in geschlossenen Gliedern an und brachtenihnen, namentlich durch starkes Artilleriefeuer grosse Verluste bei. DieRussen formirten sich von Neuem und griffen wieder an. Die Livonier,besonders ihr Fussvolk fochten geschlossen, standhaft, mit verzweifelterTapferkeit. Einer der Ritter (Hammerstedt) ging zu den Russen über undzeigte ihnen die schwache Stelle der Livonier, doch das half Nichts unddie Livonier behaupteten den Wahlplatz, die Russen mussten sich zu-rückziehen, in Unordnung und unter Verlust. Diese Schlacht war eineder erbittertsten und blutigsten. 2 Tage danach ging Plettenberg inseine Grenzen zurück, mit Siegesruhm, aber ohne Nutzen, denn der liv-ländische Orden konnte nicht mit Johann den Kampf durchführen,selbst nicht mit Hülfe von Lithauen und Polen. Der Krieg wurdedrückend für beide Theile, sowohl für den Orden nebst Lithauen undPolen, wie für Johann. Alexander war nach seines Bruders Todeauf den polnischen Thron gestiegen und konnte nun über die Kräfte vonPolen und Lithauen verfügen. Die Verbündeten Johann's agirten ent-