3S0 HI- Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
Bitten der Pskowiten traf bei ihnen der nioskauische Wojewode FeoclorJur je witsch mit moskauischen Truppen ein und ging mit den Psko-witen über die Welikaja auf Neuhaus, das er belagerte und mit Geschützbeschoss. Aber dies war Beides erfolglos: nach 4 Tagen platzte diegrösste Kanone der Pskowiten, und sie zogen von dem durch seine Lageund Befestigungen sehr starken Neuhaus ab. Während dessen hatten dieOchotschen Leute (Freiwillige) aus der ganzen Provinz Pskow sich ein-geschifft , um im Livländischen Krieg zu führen, sie kehrten nun nachAbzug des Hauptheeres von Neuhaus auch zurück, reich mit Beute be-laden. Danach hatten die Pskowiten auf die Nachricht, dass die Livonieram Ufer der Narowa eingefallen seien, sich schon gesammelt, um dort-hin zu gehen. als die livländischen Bitter Gesandte schickten, um übereinen Waffenstillstand zu unterhandeln, welcher auf 9 Jahre (bis 1478)abgeschlossen wurde, — wobei der Bischof von Derpt sich verpflichtete,dem Grossfürsten von Moskau Tribut nach alter Weise zu zahlenund auch das russische Interesse und die russischen Kirchen in Derptden alten Urkunden gemäss hoch zu halten.
Wiederum aber fielen, 3 Jahre vor Ablauf des Waffenstillstandes,die Livonier in das pskowsche Grenzgebiet ein, verleitet durch pskowscheVerräther, welche den Livländern Alles mittheilten, was in Pskow undProvinz geschah. Uebrigens hatte der Einfall der Livonier keine Folgen,aber im Jahre 1471 kam ein Gesandter des Hochmeisters nach Pskowund erklärte, dass der Letztere aus Kiga nach Fellin (russisch Veljada)übersiedeln und dauernden Frieden mit den Pskowiten haben wolle, aberdie Abtretung einiger Länder und Gewässer verlange. Die Pskowitenwilligten aber nicht in diese letztere Forderung: auch konnten sie imJahre 1473 auf einer in Narwa abgehaltenen Versammlung ihrer undlivonischer Gesandten mit den Livländern sich nicht einigen und batenJohann um Hülfe. In Folge davon erschien Ende 1473 in Pskow dermoskauische Wojewode Fürst Daniel Cholmski mit einem stärkereumoskauischen Heere, als man bis dahin je in Pskow gesehen, und mitMieths-Tataren. Die Livländer, hierdurch geängstigt, schickten Gesandte,um Friedens-Unterhandlungen anzuknüpfen, und ein Friede auf 30 Jahrekam zu Stande.
Aber dieser Friede dauerte kaum 6 Jahre: schon 1479 erneuertensich die Zerwürfnisse zwischen Pskowiten und Livländern, und am 1.Januar 14S0 brachen Letztere unerwartet auf Wyschegorodok los, nah-men und legten es in Asche und machten die Einwohner nieder. Als amanderen Tage die Pskowiten dort erschienen, fanden sie Jene schon nichtmehr da. Im selben Winter belagerten die Livonier Gdow, äscherten dieVorstädte ein und beschossen es mit Geschütz. Die Pskowiten Hessenden sich in Nowgorod befindenden Johann um Hülfe bitten, und dieser