Bernerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 379
unter den ursprünglich durch ihn dem Alexander vorgeschriebenenBedingungen. Endlich, nach häufigem Hin- und Hersenden und langenUnterhandlungen, wurde statt eines Friedens ein Waffenstillstand auf 6Jahre abgeschlossen, — vom 5. März 1503 bis zum 25. März 1509.Alexander verpflichtete sich, die moskauischen, nowgorodschen,pskowschen, rjäsanschen und pronsker Gebiete nicht anzurühren und tatdie Länder der lithauisch-russischen Fürsten, welche zu Johann über-gegangen waren, und folgende Städte ab: Tschernigow, Starodub, Pu-tiwl, Rylsk, Nowgorod-Sjäverski, Gomelj, Ljubetsch, Potschep, Trubt-schewsk, Radogoschtsch, Brjansk, Mzensk, Ljubutsk, Serpeisk, Massalsk,Dorogobusch, Bjelaja, Toropez und Ostrei, — im Ganzen 19 Städte, 70Bezirke, 22 Flecken und 13 Dörfer.
Mit dem oben geschilderten Kriege zwischen Johann und A1 ex an-d e r war auch der Krieg des Ersteren gegen den Letzterem verbündetenHochmeister des livländischen Ordens, Walter von Plettenbergverknüpft. Noch im Jahre 1460 war zwischen Wassilji IL und demOrden ein 5jähriger Waffenstillstand geschlossen worden; aber schon2 Jahre vor Ablauf desselben, 1563, erneuerten sich die Streitigkeitenzwischen Pskowiten und Lithauern, und im Winter zog ein Heer derLetzteren vor Nowy-Gorodok und begann es aus Kanonen zu be-schlossen. Die Pskowiten griffen rasch zu den Waffen und zogen unter2 Bürgermeistern mit einer geringen Heeresmacht nach Nowy-Gorodok.Auf die Nachricht hiervon zogen die Livländer sich eiligst zurück, ihreKriegsvorräthe im Stiche lassend. Bald aber begannen sie von Neuemdas Pskowsche Grenzgebiet zu verheeren, als aber die Pskowiten gegensie anrückten, zogen sie abermals schleunigst ab. Die Pskowiten be-schlossen, auf Woronje-Kamen (am Tschudi-See) zu rücken, aber als sieschon am See angelangt waren, hörten sie, dass in der folgenden Nachtdie Livonier Kolpino überfallen wollten, kehrten deshalb um, zogennach Kolpino und fielen am Morgen über die plündernden und sengendenLivländer her, trieben sie in die Flucht und jagten sie auf 2 Strassen 15Werst weit. Hierbei, bemerkt der Pskowsche Chronist, seien viele Li-vonier erschlagen worden, von den Pskowiten aber kein Einziger. Zurselben Zeit führte ein anderes Pskowsches, aus Freiwilligen gebildetes,Corps Krieg in den livonischen Grenzlanden und kehrte mit Gefangenenund Beute zurück, und einisborsker Corps machte es ebenso in der Gegendder livonischen Stadt Nowy-Gorodok (Neuhaus). Diese Art von Grenz-Streifzügen und Verwüstungen kamen früher zwischen Livoniern undPskowiten allein vor, jetzt stand Letzteres schon unter der Macht desmoskauischen Grossfürsten und hatte seinen Statthalter, folglich began-nen die Livonier nun Krieg mit ihm, und nicht mehr mit Pskow allein. Auf