Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 377
unter dem Bojaren Jurji Zacharj ewitsch Koschkin nahm Dorogo-busch. Danach entsendete J ohann das twersche Ratj unter Befehl desFürsten Daniel Schtschenja, welcher das Grosse Regiment com-mandiren sollte, während Jurji Koschkin das Avantgarden-Regimentführte. Inzwischen hatte sich das lithauische Heer unter dem HetmanFürst Kon staut in Ost roshski der Stadt Dorogobusch genähert, undam 14. Juni (Jahrestag der Schlacht an der Schelonja) stiess es auf demMitkower Felde am Wedroscha-Flüsschen (heute ein schmaler Bach5 Werst von Dorogobusch, mit alten Erdbefestigungen und Grabhügelnin der Nähe) mit dem moskauischen Heere zusammen. Auf beiden Seitenwurden die Heere von kriegserfahrenen, geschickten und tapferen Feld-herren geführt. Das lithauische Heer (ca. 40000 Mann stark), zwischenWald und Sumpf vorrückend, erschien im Angesicht des (gleichfalls etwa40000 Mann starken) russischen Heeres, welches auf dem MitkowerFelde lagerte. Letzteres führte einen Scheinrückzug hinter die We-droscha aus, um den Feind auf das andere Ufer zu locken, und als dieLithauer auf einer Brücke den Fluss überschritten, lieferte es denselbeneine Schlacht, unter Zurückbehaltung eines Ileerhaufens als Reserve.Kräfte und Anstrengungen waren auf beiden Seiten gleich, der Kampfhartnäckig. Plötzlich aber fiel die russische Reserve, den rechten Zeit-punkt erspähend, den Lithauern in den Rücken, zerstörte die Wedroscha-Brücke, und entschied dadurch den Sieg. Die Lithauer wendeten sichzur Flucht, das Feld mit Todten übersäend und den Fluss mit Ertrunkeuenverstopfend (über 8000 kamen so um), und büssten ihre ganze Artillerie,alle Bagage und eine Menge Gefangener ein. Unter den Letzteren be-fanden sich die vornehmsten Lithauer und der Fürst Ostroshski selbst.Dieser wurde nach Moskau gebracht, von Johann gnädig aufgenommen,und trat auf dessen Vorschlag unter seine Hoheit, aber nicht von Herzenund nicht auf lange (14 Jahre später zahlte er seinen Besiegern dieseNiederlage durch seinen Sieg über sie am Dnjepr heim). Einige nahmenan, dass er keine richtige Nachricht über die Stärke des russischenHeeres gehabt habe und bei seinem Angriff an der Wedroscha es fürschwach hielt, um so mehr, da er dessen eiligen Rückzug über den Flusssah. Russischerseits hatten sich am meisten ausgezeichnet Fürst DanielSchtschenja, Jurji Zacharjewitsch Koschkin, der das Re-serveregiment commandirte, und die Fürsten Dorogobuschski undWorotynski. Uebrigens hatte dieser Sieg weiter keine wichtigenFolgen.
Indessen hatten die Truppen von Nowgorod, Pskow und Welikolyzkunter Befehl von Johann's Neffen, Johann, und Feodor Borisso-witsch und des Bojaren Tscheljadin die Stadt Toropez genommen.Die sjäverschen Fürsten Moshaiski und Schemjatschitsch nebst