376 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjäkrigen Kriege etc.
rencl dessen wurde der Krieg an den Grenzen fortgesetzt: das russischeHeer unter Befehl des Fürsten von Rjäsan und anderer Wojewoden nahmMeschtschowsk ohne Widerstand, Serpeisk mit stürmender Hand, plün-derte es und übergab es den Flammen, ebenso Opakow, die Garnisonenaber und viele Einwohner machte er zu Gefangenen. Zu gleicher Zeitnahmen Fürst Daniel Schtschenja und Fürst Wassilji Iwano-wits ch Patrikj äj ew mit einem anderen Heere Wjasma. Die Ueber-siedelung lithauisch-russischer Fürsten aus Lithauen nach Moskau nahmihren Fortgang, und die noch von Kasimir heimlich ausgesandtenlithauischen Feinde Johann's, welche diesen ermorden oder vergiftensollten, wurden hingerichtet oder eingekerkert.
Inzwischen hatten die Werbungen Alexander's um Helena'sHand nicht aufgehört, aber eben so wenig auch die Klagen über Weg-nahme und Zerstörung der Städte und Verwüstung des Landes in Lithauen.Endlich im Januar 1494 traf in Moskau eine grosse Gesandtschaft vonAlexan'der ein, mit welcher nach langen Discussionen auch ein Frie-densvertrag zwischen Alexander und Johann unter den von Letzteremgestellten und für ihn vortheilhaften Bedingungen abgeschlossen wurde.Nun willigte Johann auch in die Vermählung seiner Tochter Helenamit Alexander, aber unter derunumstösslichen Bedingung, dass dieserseine Gattin nicht zwinge ihren Glauben abzulegen, wozu Alexandersich auch schriftlich verpflichtete. Im Januar 1495 holten Gesandte vonAlexander die Tochter Johann's nach Lithauen ab. Sobald sie aberin Wilna angelangt war, begannen von Seiten Alexander's ver-schiedene Bedrückungen, um sie ihrem orthodoxen Glauben abwendig zumachen, und andere Abweichungen von dem in dem FriedensvertrageAusbedungenen. Es erwies sich, dass Alexander durch die Familien-Verbindung mit Johann diesem nur hatte die Hände binden und ihnentwaffnen wollen, denn er bedrückte nicht nur die Rechtgläubigen inLithauen, sondern begann auch Helena zur Annahme des römischenGlaubens zu zwingen. Das erregte den Unwillen der orthodoxen Be-wohner von Lithauen, und besonders Johann's. Diese stets wachsendeUnzufriedenheit führte zu dem neuen Abfall der Städte Tschernigow,Bylsk, Starodub, Nowgorod Sjäverski u. A. von Alexander zu Jo-hann , der sie und eine Menge lithauisch-russischer Auswanderer unterseine Botmässigkeit nahm und nach vergeblichen Versuchen, Alexan-der zur Vernunft zu bringen, von Neuem zu den Waffen griff (1499).Ein moskauisches Heer unter Führung des Khans Mahmet-Aminjund des Wojewoden Jacob Zacharjewitsch Koschkin bemächtigtesich der Städte Mzensk, Serpeisk, Massalsk, Brjansk, Putiwl, auchwurden die sjäverschen Fürsten Mosha'iski und Schemjatschitschzur Huldigung Johann's bewogen. Ein anderes moskauisches Batj