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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswertbeste Kriege und FeldzUge. 375

ländischen Orden, deren Provinzen er immer für einen alten, in der un-glücklichen Zeit des 1. Jahrhunderts der Mongolen-Herrschaft ihm ent-rissenen, Besitz seines Geschlechtes gehalten hatte. Er hegte die Absicht,bei der ersten günstigen Gelegenheit seine Rechte auf diese Provinzen gel-tend zu machen, und bereitete einstweilen die dazu erforderlichen Mittelvor. Im Jahre 1482 schloss er einen engen Familienbund mit StephanWeliki (dem Grossen), dem Hospodar der Moldau, dessen Tochter He-lena sich mit seinem ältesten Sohne Johann vermählte, trat auch infreundliche Beziehungen zu dem König von Ungarn, Matthias Cor-vinus, dem Nachfolger Huniad's, und suchte das Bündniss desdeutschen Kaisers Maximilian, seine 3 berühmten Zeitgenossen.Die alten Verträge mit seinem Verbündeten, Mengli-Ghirei, liess erin Kraft, unter der Bedingung, dass dieser Lithauen nicht in Ruhe lasse.In Lithauen selbst hatte er seit der Befreiung Russlands von den Tatarennoch mehr Anhänger gewonnen, als er schon besass, so dass Kasimiraus Besorgniss vor einer Vereinigung der lithauisch-russischen Provinzenmit dem moskauischen Staate dem offenen Kampfe mit Russland aus-wich , und nur heimlich ihm auf alle Weise zu schaden suchte. VieleFürsten des lithauischen Russlands , Nachkommen sowohl Gedimin'sund Olgerd's, wie des heiligen Wladimir waren unter Johann'sOberhoheit getreten. Kasimir forderte, dass Jener sie nicht annehmensolle, und wollte diese Forderung mit Waffengewalt durchsetzen. AberMengli-Ghirei zwang durch seinen Einfall in das südliche lithauischeRussland und die Zerstörung von Kiew den König Kasimir, nur aufseine Abwehr zu sinnen (1492). In demselben Jahre starb Kasimir,und auf den Thron von Polen stieg sein ältester Sohn Jan oder Jo-hann I. Albert, die lithauisch-russischen Stände aber erklärten denjüngeren Sohn Alexander zu ihrem Grossfürsten. Johann, von die-sem für seine Absichten auf Lithauen günstigen Wechsel hörend, schickteGesandte zu Mengli-Ghirei und Stephan von der Moldau, um sie zuveranlassen, gleichzeitig mit ihm an Alexander den Krieg zu erklären.Mengli-Ghirei liess zunächst nur kleine Heerhaufen in das Landzwischen Kiew und Tschernigow einrücken, welche Nichts von Belangausrichten konnten. Auch Johann schickte 2 Corps, von denen das eineunter dem Wojewoden Fürst Feodor Obolenski die Städte Mzenskund Ljubuzk überfiel, niederbrannte, und die Statthalter Alexander'snebst Bojaren und andern Leuten fortführte das andere aber die StädteChljäpenundRogatschewnahm undMassalsk einäscherte. Alexanderwurde es schwer, sich zugleich Johann's und Mengli-Ghirei's zu«rwehren, und um Ersteren zum Frieden geneigt zu machen, bat er ihnum die Hand seiner Tochter Helena, erhielt aber zur Antwort, dass ererst Frieden ganz nach dem Willen Johann's schliessen müsse. Wäh-

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