370 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
Ghirei eleu Kriegsgedanken gänzlich fallen. Johann hatte somit imWesten sich in geschickter "Weise eines Feindes entledigt.
Gegen den andern, Ächttat, schickte er. um ihn an der Oka auldem geraden Wege vom Don zur Moskwa aufzuhalten, zuvörderst (S. Juni)seinen Bruder Andrei Mladschi mit dessen Truppen nach Taruss auder Oka, seinen Sohn (Johann's) mit den Vortruppen nach Serpucbowan der Oka, er selbst aber blieb in Moskau und traf Anordnungen zuschleunigster Zusammenziehung' von Truppen in Kolonina an der Okaund in Moskau. Auf die Nachricht von Achmat's Herannahen zumoberen Don, begab er sich für seine Person am 23. Juni nach Kolomna,wo also wie in Serpucbow und Taruss an der Oka sich auf einem Räumevon 150 Werst um diese Zeit schon 180000 Mann russische und tatarischeHülfstruppen versammelt hatten.
Gleichzeitig schickte Johann die Wolga hinab zu Schilfe in dieHorde, um die unbeschützten Ulusse derselben zu zerstören, ein beson-deres Truppencorps unter Befehl des Swenigoroder Wojewoden Nosdre-waty, und mit ihm Nordoulat, (Letzterer war, da er von Kasimirkeine Hülfe bekam, bei Johann erschienen, hatte sich unter dessenSchutz gestellt und ihm gewissermaassen als Bürge für die TreueMengli-Ghirei's und als Hinderniss für die feindlichen Aktionen diesesLetzteren gegen Nordoulat gedient).
Diese weisen Maassnahmen Johann's hatten schliesslich deuvollsten Erfolg, und zwar ohne besondere Opfer von seiner Seite undohne dass er sich den unberechenbaren Zufällen einer Schlacht mitAchmat aussetzte, — dennoch aber erregten sie grosse Unzufriedenheitin allen Klassen der Bevölkerung wie im Heere, weil man darauf brannteAchmat mit Gewalt der Waffen abzuwehren.
Dieser Letztere war im langsamen Vorrücken gegen den oberen Dongeblieben, in Erwartung, dass K a s iinir die Feindseligkeiten von Westenher eröffnen werde; als er aber Nichts davon hörte, auch nicht dies,dass Mengli-Ghirei nach Podolien gezogen sei. dagegen erfuhr, dassein zahlreiches russisches Heer an der Oka ihm den direkten Weg nachMoskau verlege, bog er vom obern Don nach Westen ab, an Odojew undMzensk vorbei, in lithauisches Gebiet, um sich dem erwarteten Kasimirzu nähern. So gelangte er an den lithauisch-russischen Grenzfluss Ugra(zwischen Juclmow und Kaluga) , wo er nun Kasimir abwarten unddann mit ihm auf Moskau rücken wollte.
Johann aber, sowie er dies hörte, Hess sofort die Truppen seinesBruders und Sohnes von Tarussa und Serpucbow zur Ugra rücken. DieseBewegung wurde so rasch ausgeführt, dass sie Achmat an der Ugrazuvorkamen und alle Furthen und Uebergänge besetzen konnten. Jo-hann selbst mit der Hauptmacht verblieb noch in Kolomna, wo er auf