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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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368 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

ohne von den Einwohnern Possnla (G-eld) erhoben zu haben, und wäh-rend er mit ihnen feilschte, schritten die Tataren zum Sturm. Bekle-mischef eilte über die Oka. die Tataren ihm nach, sie konnten ihn abernicht einholen , da im selben Augenblick der Wereisker Fürst mit Trup-pen an der Oka erschien und den Tataren den Uebergang verwehrte.Später am selben Tage trafen dort auch noch Johann' s Brüder: Jurjiaus Serpuchow, und Boris durch die Koslower Fürth mit ihren Truppen,und der Wojewode Tscheljadin mit dem grossfürstlichen Hofe ein.Achmat befahl, Alexina zu nehmen, die Bürger wehrten sich tapfer undfügten den Tataren grossen Verlust zu, aber sie hatten bald keine Pfeileund Piken mehr, die Verteidigung war nutzlos, die Tataren zündetendie Stadt an. welche mit allen Einwohnern und sonstigem Inhalteganz niederbrannte. die dem Feuer Entronnenen fielen in die Hände derTataren und wurden niedergemetzelt. Die Wojewoden sahen dies mitSchmerzen vom andern Ufer aus , ohne über die hier sehr tiefe Oka ge-langen zu können. Nach der einen Lesart hätte Achmat einen Theilder Tataren über die Oka schwimmen lassen, welche die russischenTruppen vertrieben hätten, bis diese mit eingetroffenen Verstärkungendie Tataren an die Oka und auf das andere Ufer zurückdrängten. Andereglaubhaftere Nachrichten sagen, der ganze Erfolg Achmat's habe darinbestanden, dass er Alexina einnahm und niederbrannte; als er vor sichauf dem andern Ufer zahlreiche russische Truppen sah und erfuhr, dassJohann in Rostislawl stehe, dessen Bruder Andreas in Serpuchow,und der Zarewitsch Danjar mit Tataren und Bussen in Kolomna (imGanzen war dies auf 150 Werst vertheilte Heer fast 180000 Mann stark),wandte er sich zurück zur Orda (es sollen ausser der Furcht auch nochtödtliche Seuchen in seinem Heere ihn dazu bestimmt haben).

Damit endete glücklicherweise der Einfall Achmat's: Kasimiraber war gar nicht ins Feld gerückt. Zunächst scheint hiernach zwischenAchmat und Johann Friede geherrscht zu haben, denn im Jahre 1474trafen in Moskau eine Gesandtschaft aus der Horde und 3200 Kaufleuteein, welche 40000 Pferde zum Verkauf brachten. Im Jahre 1476 erschienein andrer Gesandter von Achmat in Moskau, Johann in die Hordezu laden, doch ging dieser nicht selbst hin, sondern schickte seinen Ge-sandten Bestuschew zur Horde, zu welchem Zweck ist unbekannt,nur das steht fest, dass Bestuschew's Worte Achmat's Wohlgefallennicht erregten. Dann soll (nach Solowiew sehr anzuzweifeln) Achmatneue Gesandte mit Tributforderung gesandt, Johann das Bassma(Bild oder Siegel des Khan) zerbrochen, auf die Erde geworfen und mitden Füssen zertreten, und die Gesandten haben hinrichten lassen, bis aufeinen, den er mit den Worten entliess : »Geh und erkläre dem Khan,was hier mit seinem Bilde und Gesandten geschah, das werde auch mit