Bemerkenswertheste Kriege und Felclzüge. 367
Letif wegen seiner Unzuverlässigkeit auf Befehl Johann's nachMoskau gebracht und in Bjeloosero internirt. Mahmet-Aminj erhieltvon Johann Kaschin, Serpuchow und Chotun, fiel aber im Sommer 1503in Folge der Kückkehr seiner Gattin von Johann ah , floh nach Kasan,nahm dort den moskauischen Gesandten und die russischen Kaufleutegefangen , tödtete mehrere, plünderte die Andern aus und schickte siedann zu den Nogaien, und zog sogar mit einem Heere nach Nishni-Now-gorod. Diese Stadt wurde indessen durch das Geschick und die Tapfer-keit der gefangenen lithauischen Strelitzen gerettet, welche in derSchlacht an der Wedroscha (s. unten) in Gefangenschaft gerathen undnach iSIishni-Nowgorod geschickt worden waren. Der kurz darnach ein-tretende Tod Johann's gestattete Mahmet-Aminj noch einige Zeitungestraft in Kasan zu regieren.
Dies waren die politischen und kriegerischen Vorkommnisse mitKasan unter Johann III. Weit wichtiger waren die mit der GoldenenHorde, in welcher Achmat herrschte, und gleichzeitig die mit Lithauen,dessen Grossfürst der Polenkönig Kasimir IV. war. Dieser Letzterewar von den Nowgorodzen aufgereizt, mit ihnen zugleich Krieg gegenJohann zu führen, hatte aber, da er dazu weder Zeit noch Mittel hatte,beschlossen Achmat gegen Johann anzustiften, und schickte deshalbden von Johann entflohenen Sklaven desselben, den Tataren Kirjäi,an ihn ab, um den Khan zu überreden, dass er mit seiner ganzen Ordagegen Johann au die Oka rücken solle, zu derselben Zeit, wenn Ka-simir von Westen mit seiner ganzen Macht sich zur Ugra gegen ihnweude. Doch das war zu dieser Zeit nicht Achmat' s Wille; ein ganzesJahr lang gab er keine Antwort, und während dessen nahmen die Wjät-schen, auf Schiffen die Wolga befahrend, Sarai zur Zeit da Achmatabwesend war, plünderten die Stadt und führten viele Gefangene fort(1472). Erst im Sommer dieses Jahres, als der erste Feldzug Johannsgegen Nowgorod schon beendet war, brach Achmat, welcher Johannnicht rechtzeitig davon hatte abhalten können, mit seiner ganzen Hordegegen die Südgrenzen von Bussland nach Alexina an der Oka auf (heutedie Grenze der Gouvernements Tula und Kaluga). Als Johann erfuhr,dass Achmat schon vor Alexina sei, befahl er seinen Brüdern und denFürsten Cholmski und Striga-Obolenski, seinen Wojewoden,nebst dem Bojaren Feodor Davidowitsch, mit den Vortruppen zurOka zu gehen, um zunächst Achmat aufzuhalten, er selbst eilte gleichuach Kolomna und von da nach Rostislawl, um schleunigst Truppen zu-sammeuzuziehen. Da in Alexina weder Geschütz, noch Gewehre, nochArquebusen, und nur sehr wenige Truppen waren, so schickte er an denWojewoden von Alexina, Beklemischef, Befehl die Stadt zu verlas-sen, da es unmöglich sei sie zu behaupten. Aber dieser wollte das nicht,