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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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362 in. Von Einführung der Feuerwaffen Ibis zum dreissigjiihrigen Kriege etc.

ihm noch Johann Hülfe zu leisten. Während dessen starb Kassim,und seine Wittwe übernahm es, Ibrahim zur Freundschaft mit Johannzu bewegen. Der Letztere fürchtete einen Misserfolg, glaubte, dass erKasan nicht ohne bedeutende Anstrengung werde pacificiren können, undbefahl Bessubzow vorläufig mit dem Schiffsheere in Nishni-Nowgorodzu verbleiben und nur Oc bot sc he Leute (Freiwillige) das kasauscheLand zu beiden Seiten der Wolga mit Krieg überziehen zu lassen, ohnejedoch bis Kasan zu gehen. Aber das ganze Heer trat zu den Ochotschenund brach, nachdem es den Wojewoden Runo zu seinem Führer gewählthatte, am 19. Mai zu Schiffe auf der Wolga auf, und Bessubzow blieballein in Nishni-Nowgorod. Am 21. Mai mit Tagesanbruch landete dasSehiffsheer vor Kasan, drang in die Vorstädte ein, machte die unver-muthet überraschten Tataren nieder oder zu Gefangenen, befreite vielerussische Gefangene, zündete die Vorstädte an, bestieg dann wieder dieSchiffe und fuhr bis zur Insel Korownitscha, wo es 7 Tage uuthätigliegen blieb. Am 8. Tage brachte ein aus Kasan entflohener russischerGefangener die Nachricht, dass Ibrahim seine ganze Macht gesammelthabe und zu Schiffe und mit einem Reiterheere das russische Heer amfolgenden Morgen überfallen wolle. Nun sendete Runo die jungen Rat-niki auf den grossen Schiffen nach der Irychow-Insel, mit dem Befehle,nicht an die enge Stelle zwischen dieser und dem Ufer zu gehen, er selbstblieb mit den andern Wojewoden und Mannschaften am Ufer zur Ver-theidigung zurück, Ibrahim zu erwarten. Die jungen Leute aber folgtennicht, sondern begaben sich mit den grossen Schiffen gerade an dieWolga-Enge. Die dort anlangende kasausche Reiterei überschüttete siemit Pfeilen, doch erwiderten die jungen Ratniki diese Schüsse und ver-trieben die Kasanzer vom Ufer. Inzwischen hatte das kasansche Schiffs-heer die numerisch nur schwache Hauptmacht erreicht, welche sichaber nachdrücklich zur Wehr setzte und jene bis Kasan zurücktrieb.Nach diesem Gefecht sammelte sich die ganze russische Armee bei derIrychow-Insel, wo nun auch Bessubzow aus Nishni-Nowgorod er-schien. Ganze 7 Wochen wartete man dort auf das Eintreffen der Schiffemit dem Fürsten von Jaroslaw und den Wjätschen, endlich gab man,da Mangel fühlbar wurde , das Warten auf und fuhr nach Nishni-Now-gorod zurück. Unterwegs begegnete den Rückkehrenden die MutterIbrahim's, welche von Moskau nach Kasan fuhr und erklärte, dassJohann sie mit Ehren entlassen habe und kein Krieg mehr sein werde,sondern der Friede bevorstehe. Bessubzow schenkte dem Glauben undfuhr wieder die Wolga hinauf, als plötzlich die Kasanzer mit dem Schiffs-heere auf der Wolga und mit ihrer Reiterei am linken Ufer erschienen.Das russische Ratj warf sich sogleich vom Ufer in seine Schiffe, nahmden Kampf mit Ibrahim's Schiffsheere auf und drängte es zurück,