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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Beinerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 361

Nursaltan hatte sich mit dem Zarewitsch Kassim vermählt, einemtreuen Diener noch von W a s silj i IL Von den kasanschen Grossen heim-lich aufgestiftet, Ibrahim vom Throne zustürzen, hatte Kassim beiJohann um Hülfe gebeten. In Folge dessen rückte am 14. September1467 ein starkes Heer Johann's unter dem Fürsten Obolenski-Strigazur Hülfe für Kassim aus. Letzterer hatte geglaubt, unerwartet zu er-scheinen, sich aber geirrt oder täuschen lassen: als er zur "Wolga kam,stand Ibrahim schon mit seiner ganzen Macht am andern Ufer undverwehrte ihm den Uebergang. Kassim und die russischen Truppenwaren gezwungen auf den schlechten Wegen im tiefen Herbst bei an-haltendem Legen und Kälte, und unter Entbehrungen und Hungersnothzurück zu gehen, sodass eine Menge von Pferden fiel und die zu Fuss zugehen gezwungeneu Reiter ihre Panzer fortwarfen. Die Kasanzer ver-folgten sie nicht, rächten sich aber dadurch, dass sie vor Galitsch er-schienen ; sie gewannen jedoch nur geringe Beute, da die Bewohner sichin die Stadt einschlössen, und Städte konnten die Kasanzer nicht weg-nehmen, weil Johann mit seinen Truppen Murom, Nishni-Nowgorod,Kostroma und Galitsch zu besetzen vermocht hatte. Cholmski schlugdie Kasanzer bei Murom, Striga-Obolenski vertrieb sie aus der Pro-vinz Kostroma, andere russische Corps verwüsteten die Wolga-Ufer aufkasanschem Gebiete, und die moskauischen Bojaren-Kinder machtenim Dezember 1467 und Januar 1468 einen Winterfeldzug in das Laudder Tscheremissen, welche uuter Kasan's Oberhoheit standen. Einenganzen Monat zogen sie durch dichte Wälder und tiefen Schnee bei hef-tiger Kälte. Danu verwüsteten sie das Gebiet der Tscheremissen mitFeuer und Schwert, äscherten ihre Dörfer ein, erschlugen die Einwohneroder schleppten sie fort, trieben das Vieh mit, plünderten Alles, undkekrten, nachdem sie bis auf nur 1 Tagemarsch an Kasan herangekom-men waren, wohlbehalten nach Moskau zurück. Die Kasanschen ver-galten diesen Zug durch einen Verheerungseinfall in das Quellgebiet desJug und 2 kostromsche Bezirke.

Im Frühling 1468 unternahm Johann einen 3. Feldzug gegenKasan in grösseren Dimensionen. An ihm betheiligten sich nicht alleinder grossfürstliche Hof und die Bojaren-Kinder aus allen Städten, son-dern sogar viele Kaufleute und Bürger aus Moskau unter dem Befehl desWojewoden Fürst 0b o 1 enski-Nago w. In Nishni-Nowgorod versam-melte sich das ganze Heer unter Oberbefehl des Fürsten Bessubzow,und segelte nun die Oka und Wolga hinab, um so bis Kasan zu gelangen.Ein 2. Heer unter Fürst Daniel von Jaroslaw ging zur selben Zeit ausWologda und Ustjug nach Wjätka, um mit den Wj ätschen zusammengegen Kasan zu ziehen. Doch diese weigerten sich gegen Ibrahim zufechten, unter dem Vorwande. dass sie diesem versprochen hätten, weder