■358 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
ihm alle seine Rechte und beraubte es nicht seiner Selbstständigkeit. Erfürchtete bei den Nowgorodzen auf verzweifelten Widerstand zu stossen,wollte ihre Geinüther allmählich zu seinen Gunsten umstimmen und dieZahl seiner Anhänger unter ihnen vermehren. Es gelang ihm auch, dieLiebe und Achtung aller Wohlgesinnten, aller armen Bürger und derMehrheit des Volkes durch die Unparteilichkeit und Gerechtigkeit seinesobersten Gerichtes zu gewinnen. Seine Feinde waren nur die Personender obersten Klasse, welche hartnäckig auf ihre Rechte und, Privilegien,ihre Macht und Güter erpicht waren. Darum wartete Johann, über-zeugt , dass er künftig nur geringen Widerstand finden werde, bloss aufeinen Anlass zur vollständigen Unterwerfung von Nowgorod.
Und dieser bot sich 6 Jahre später, im Jahre 1477. Die Feinde Jo-h ann' s hörten nicht auf die Nowgorodzer gegen ihn aufzuhetzen, sodassendlich, beleidigt durch die offene Weigerung der Wjätsche (Volks-Ver-sammlung) ihn Herrscher von Nowgorod zu nennen, er 1477 aufsNeue an Nowgorod den Krieg erklärte und trotz der herbstlichen Jahres-zeit von allen Seiten zahlreiche Truppen dagegen in Marsch setzte. Am9. Oktober brach er selbst aus Moskau auf. am 19. war er schon in Tor-shok; am 23. rückte er weiter nach Wyschni Wolotschok. Auf demWege dahin erschienen beständig nowgorodsche Vornehme bei ihm, umin seinen Dienst zu treten, was schon darauf hinwies, dass Nowgorodzur Vernunft komme und sich demüthigen wolle. Johann und seineHeerhaufen setzten aber ihren Marsch dahin fort: an der Spitze derAvantgarde (Bojaren-Kinder und wladimirsche, perejaslawer und ko-stromsche Truppen) marschirte Fürst Cholmski, dahinter Johannselbst mit dem Gros und auserlesenen Truppen, zwischen der JashelbizerStrasse und demMsta, — und der Zarewitsch Danjar jenseits diesesFlusses; — hinter Johann 2 Bojaren mit den dmitrowschen und ka-schinschen Schaaren: zur rechten Hand Fürst Rjapolowski mit denenvon Susdal und Jurjew, zur linken Hand Johann's Bruder AndreasMenschoi und der Wojewode Saburow mit denen von Rostow, Jaros-law. Uglitsck und Bjäshetz, und der Wojewode von Johann's Mutter.Pjäschek, mit ihrem Hof (Druschine), zwischen den Strassen von Ja-shelbiz und Demon — der Fürst'Alexander Obolenski mit denmoskauischen. serpuchowschen, kalugaer, nowotorschsker und andernTruppen, und Fürst Boris Obolenski mit denen von Moshaisk, Wolozk,Swenigorod und Rusa: und auf der Strasse von Jashelbiz selbst derBojar Feodor Dawidowitsch mit den Bojaren-Kindern des gross-fürstlichen Hofes und denKolomenzern, Fürst Iwan WassiljewitschObolenski mit seinen Brüdern und vielen Bojaren-Kindern. Am 4.November stiess zu diesem Heere noch Fürst Mikulinski mit denTwerschen Truppen.