Bemerkenswertheste Kriege und Feldziige. 359
Am 19. November nahm Johann in Palina bei Torshok eine neueYertheilung 1 seiner Woj ewoden und Truppen für den Beginn der Feind-seligkeiten vor: das Avantgarden-Regiment übergab er seinem BruderAndreas Menschoi, den Fürsten Cholmski und ObolenskiStriga und dem Bojaren Feodor Davidowitsch; dieses Regimentsollte Bronnizy einnehmen; — die rechte Hand befehligte nun seinBruder Andreas Bolschoi, Fürst Mikulinski und die Woj ewodenGrigorji Nikititsch und Shita: — die linke Hand sein BruderBoris, der Wereisker Fürst und der Wojewode Pjäsckek; — daseigentliche grosse Regiment die Fürsten Obolenski und Rjapolowski.der Boj ar P a t r i k j ä j e w und die Woj ewoden 0 b r a s e z und S a b u r o w.Ausserdem befahl er den Pskowitscken mit ihrem Statthalter FürstSchuiski, welcher die Belagerungsgeschütze und Maschinen mit sichführte, zum Ilinen-See zu rücken und sich an der Schelonja-Mündung auf-zustellen. Am 24. November Hess er die Avantgarde aus Bronnizy raschauf Gorodischtsche (Rurikowa, dicht vor Nowgorod) rücken, und esebenso wie die Klöster und Dörfer der Umgegend besetzen, damit dieNowgorodzen sie nicht anzündeten. Die Woj ewoden gingen über den ge-frorenen Urnen (in dessen nördlichem Theile) und bemächtigten sich derganzen Umgebung Nowgorods. Am 27. November stand Johann selbstam Wolchow, 3 Werst von Nowgorod, und lagerte sein Heer rund umdie Stadt in Klöstern und Dörfern. Am 30. November befahl er denWoj ewoden die Hälfte der Mannschaft zum Einsammeln von Lebens-mitteln auszusenden, so dass am 11. Dezember Alle zurück sein und anihrem Platze sein könnten; dem Statthalter von Pskow. Fürst Schuiski,gab er Befehl, mit der Artillerie nach Nowgorod zu eileu.
Während dessen hatten die Nowgoroder die Stadt zu beiden SeitenderWolchow mit einer Holzmauer geschützt, denFluss selbst durch Schiffegesichert, den Fürsten Schuiski Grebenka zum Ober-Woj ewodenernannt und geschworen, da sie von nirgends her Hülfe und Rettungerwarteten, dass sie einmüthig bleiben und sich bis aufs Aeusserste ver-theidigen wollten. Die Verständigeren jedoch und die Anhänger Jo-hann's unterliessen nicht. Gesandte mit Friedensanträgen zu ihm zuschicken. Johann liess sich mit ihnen in Unterhandlungen ein, fuhraber fort Nowgorod zu bedrängen, schloss es Mitte Dezember von allenSeiten ein und wollte, um Blutvergiessen zu vermeiden, es durch Hungerzur Ergebung zwingen. In der That herrschte, während Johann undsein Heer an Allem Ueberfluss hatte, in dem gänzlich von dem Landeabgeschlossenen Nowgorod täglich grösserer Mangel. Krankheit undSterblichkeit. Die Nowgorodzer wagten nicht aus der Stadt zu rückenund eine Schlacht zu schlagen, konnten wegen Mangel an Proviant dieBelagerung nicht aushalten, kannten Johann's Unbeugsamkeit und die
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