356 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjiihrigen Kriege etc.
Verhaue aus und rief alle Bürger zu den Waffen. Das Volk aber war inFurcht und Unruhe, die Fremden aus Lithauen und Moskau in Zwie-tracht, in der Stadt herrschte Mangel und Theuerung und drohte eineHungersnoth. Nachrichten von den Erfolgen der Truppen Johann'sund dem Missgeschick der Nowgorodschen setzten die Einwohner nochmehr in Schrecken. Cholmski brannte Russa nieder und bezog einLager zwischen dieser Stadt und den Urnen an der Korostyna. Dasnowgorodische Fussvolk war über den See gefahren und am Ufer ge-landet, näherte sich heimlich, ohne die Reiterei abzuwarten, dem LagerCholmski's und machte, die Sorglosigkeit des Letzteren benutzend,welcher nicht die erforderlichen Vorsichtsmassregeln getroffen hatte,einen plötzlichen Ueberfall auf das Lager. Er aber und sein Heermachten durch Tapferkeit ihren Fehler wieder gut, die Nowgoroderwurden aufs Haupt geschlagen, 500 von ihnen blieben auf dem Platze,viele geriethen in Gefangenschaft, die übrigen zerstreuten sich und flohen.Hinter ihnen erschien am Pola-Fluss ein 2. nowgorodisches Heer, dochCholmski schlug auch dieses.
Am 9. Juli erhielt Johann am Kolomna-See bei Wyschni Wolo-tschok von Cholmski die Nachricht von seinen Siegen und seinemMarsche auf Demon. Johann ertheilte ihm den Befehl, nach linkszur Schelonja zu gehen behufs Vereinigung mit den Pskowiten, bei DemonHess er den Wereisker Fürsten stehen. An der Schelonja am 14. Juli an-langend erblickte Cholmski auf dem andern Ufer das 40000 Mannstarke nowgorodische Heer Dimitrji Boretzki's im Marsche.Cholmski hatte nur 4000 Mann bei sich, aber trotz dieses ungeheurenStärkeunterschieds durchschwamm er kühn die Schelonja und warf sichmit Ungestüm auf die Nowgoroder, welche den Stoss nicht aushielten,sondern flohen (nach nowgorodscher Chronik warfen sie Cholmskiüber den Fluss zurück, die tatarische Reiterei aber überfiel sie plötzlichaus einem Hinterhalte und entschied den Sieg zu Gunsten Cholmski's).Letzterer verfolgte den Feind 12 Werst weit und brachte ihm eine furcht-bare Niederlage und ungeheueren Verlust bei; nach ihrer eigenen An-gabe verloren sie 12000 Todte und 1700 Gefangene, unter LetzterenBoretzki selbst, 2 Magistrats-Herren und die andern Wojewoden. Beidem Tross der Nowgoroder wurde ihre Vertragsurkunde mit Kasimirgefunden.
Die Pskowiten hatten unterdessen in Erfahrung gebracht, dass dieNowgorodzen ihre Grenzdörfer einäscherten, sie belagerten Wyschgorodund beschossen es mit Pfeilen und Kanonen. Am ersten Tage setzten dieBewohner sich nachdrücklich zur Wehre, am folgenden aber baten sieum Schonung, die ihnen auch bewilligt wurde. Aber von Wyschgorodabrückend verheerten die Pskowiten das umliegende Land bis über 50