Bemerkenswertheste Kriege und Feldaüge. 355
Hessen alle Rechte und Freiheiten Nowgorods unangetastet und be-stätigten sie. ebensowohl die von Jaroslawl. verliehenen und unterseinen schwachen Nachfolgern vermehrten, wie die von Nowgorod eigen-mächtig zur Zeit der Bürgerkriege und des tatarischen Joches [genom-menen. Als aber endlich die Nowgoroder Volksversammlung die Statt-halter Johannas III. beschimpfte, sich die fürstlichen Einkünfte undLändereien zusprach, die Einwohner den Eid nur im Namen Nowgorodsschwören Hess, und aufgehetzt von MarthaBoretzka, der ehrgeizigenWittwe des Bürgermeisters — im Jahre 1471 mit Kasimir von Lithauenund Polen ein Bündniss abschloss und ihn zum Herrscher von Nowgoroderklärte mit einer durch besondere Bedingungen beschränkten Gewalt,— da erkannte Johann III. die Nothwendigkeit. den UebergriffeuNowgorods ein Ende zu machen und der Losreissung desselben vonMoskau und Vereinigung mit Lithauen zuvor zu kommen. Im Mai 1471erklärte er Nowgorod den Krieg und setzte Anfang Juni von 3 Seitenseine zahlreichen Streitkräfte gegen das nowgorodische Gebiet in Be-wegung. In der Mitte rückten die moskauischen Bojaren-Kinder, 10000Mann stark, unter Führung des Fürsten Cholmski und des BojarenFeodor Davidowitsch von Moskau nach Russa; ihnen folgte dasCorps des Fürsten Obolenski-Striga und die tatarische Reiterei desFürsten Danjar nach Wyschni Wolotschok und weiter zu den Uferndes Msta. Die 3 Brüder Job an n's und der Wereisker Fürst brachenjeder mit seinem Regiment aus ihren Besitzungen auf. Alle dieseTruppen, auf verschiedenen Strassen in das nowgorodische Gebiet ein-rückend, verwüsteten das Land mit Feuer und Schwert. Von rechtsdrangen die Ustjuger und Wjätschen unter Johann's Wojewoden0b r as ez und Tjutt s chef in das Dwinsche Land und die Sawolotschje.Von links wendeten später die Pskowiten, welche die ganze Stadt nebstVorstädten bewaffnet hatten, sich unter Befehl des Fürsten Sehuiskiund ihrer 14 Magistrats-Personen nach Wyschegorod an der Schelonja.Johann selbst mit dem Hauptheere, bei welchem sich alle Fürsten,Bojaren und moskauische Dworjane befanden, ging am 20. Juni ausMoskau nach Torshok. Hier stiessen am 20. Juni die Wojewoden undTruppen von Twer zu ihm.
Inzwischen hatten die Nowgorodzer, eines so raschen und kräftigenAngriffs nicht gewärtig, schleunigst eine allgemeine Bewaffnung ausge-führt und ihr Fussvolk auf dem Ilmen-See zu Schiffe, die Reiterei längsder Ufer desselben nach Russa, Martha's Sohn Dimitrji mit einemstarken Heere (40000 Manu) gegen die Pskowiten auf dem linken Sche-louja-Ufer. und den Wojewoden Fürst Schuiski Grebcnka zumSchutze der Sawolotschje entsendet. In Nowgorod selbst rüstete mansich zu hartnäckigem Widerstände, führte äussere Festungswerke and