344 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjülirigen Kriege etc.
pro Tag), welche für sie zugleich eine Belohnung und ein Mittel zu sor-genfreier Existenz bildeten, falls Alter, Krankheit oder Verstümmelungsie dienstunfähig machte. Diejenigen Janitscharen, welche höhere Be-soldung erhielten, wurden Oturaki genannt. Die freiwillig zum DienstEintretenden (Serdegendshi) bekamen 10, und wenn sie einen Feldzugmitgemacht hatten , noch eine Zulage von weiteren 10 Asper täglich fürZeitlebens. Ausser dem Gehalte erhielten die Janitscharen: 1) vomStaate — Verpflegung, Tuch zur Bekleidung u. s. w.; 2) von jedemSultan bei dessen Thronbesteigung Geldgeschenke (nach heutigemWerthe von 1 Rubel bis zu 1, 5 sogar 12 Dukaten). Die Odshak-Oglanibekamen gleichfalls vom Staate , ausser der Besoldung, den vollen Un-terhalt, d. h. Verpflegung und Bekleidung.
Die Janitscharen standen unter ihren besondern Gesetzen und Sta-tuten, und wurden von ihren eigenen Richtern gerichtet, welche vonLeuten aus ihrer Mitte und ihren Offizieren gebildet wurden.
Nach Einführung der Feuerwaffen in die türkische Armee traten inden Etat der stehenden regulär-organisirten besoldeten Infanterie auchdie Artillerie- und Ingenieur-Truppen, nämlich: die Toptschi, Top-Arabadshi. Kumbaradshi, Laagumdshi und Dshebedshi,von denen weiter unten die Rede sein wird.
Die ständige, organisirte Reiterei auf Sold bestand aus folgenden 6Arten oder Theilen: 1) Spahi, welche die erste angesehenste Stelleeinnahmen, im Kampfe rechts vom Sandshak standen und fochten, undihr besonderes hellrothes Banner hatten, das Bairak. Anfänglich gabes 7000 Spahis, dann sogar 12000. Sie standen unter dem Befehl ihresbesondern Aga, und hatten gleich den west-europäischen Rittern oderGensd'armes der französischen Ordonanz-Compagnieen, ihre Waffen-träger oder Diener. Jeder Spahi konnte für langjährige und ausgezeich-nete Dienste eine Besoldung bis zum 4fachen Betrage des Oturaki-Soldeserlangen; — 2) aus Siligdary, welche ursprünglich höher standen,in der Folge niedriger als die Spahis, im Kampfe auch ursprünglichrechts, dann aber links vom Sandshak standen und kämpften; sie hattenihren Aga und eine gelbe Fahne; — 3) aus der Cavallerie desrechten Flügels (Ulessedshani-Seimin), etwas über 500 Mannstark, mit grüner Fahne; — 4) aus der Reiterei des linkenFlügels (Ulessqdshani-Jessar), nicht ganz 500 Mann stark, mitgrüner Fahne mit weissen Streifen; diese beiden Arten von Reitereistanden und fochten zu beiden Seiten vom Sandshak, unmittelbar nebenden Spahis und Siligdaren, ausserdem hatten sie die Kriegskasse zuschützen und versahen im Lager den Polizeidienst; — endlich 5) ausder fremdländischen Cavallerie des rechten Flügels (Gu-rebai-Seimin), und 6) aus der fremdländischen Cavallerie