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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Die gleichzeitigen Nachbar-Eeiehe und Völker. 343

erreicht. Durch Erlangung vieler und verschiedenartiger Freiheiten undVorrechte waren die Janitscharen aus einer ausschliesslich militä-rischen Klasse eine halb militärische, halb Gewerbe- und Handel-treibende geworden. Sie bestanden aus Ehren-, wirklichen undühercompletten Mitgliedern. Zu den Ersteren gehörten viele Kon-stantinopeler Türken, höhere Würdenträger, sogar der Sultan selbst.Die ühercompletten bestanden aus konstantinopelschen Türken verschie-denen Standes und Banges, sie dienten ohne Sold und erhielten vomStaate nur Quartier und Verpflegung. Indem sie den schwereren Dienstübernahmen, welchem die wirklichen Janitscharen sich entzogen, er-langten sie nach und nach über Letztere starken Einfluss, theilten ihnenden Geist der Willkürlichkeit und Empörung mit, und bildeten numerischdie Mehrzahl von allen Janitscharen überhaupt. Die wirklichen Janit-scharen ergänzten sich aus den Odshak-Oglani (Söhne von Janit-scharen) . welche eine ständige militärische Organisation und Einthei-lung besassen und nach Erlangung eines bestimmten Alters in die Zahlder wirklichen Janitscharen übertraten.

Die Janitscharen waren in Orty oder Regimenter von ungleicherStärke eingetheilt, zu 500, 400, sogar nur 100 Mann. Unter Sulei-man II. dem Grossen war die Ort schon 165 Mann stark, später 195Mann. Es gab Orty verschiedener Stufen, und hiessen sie: Buljuki,Segbani oder Seimeni, undDshemati, Jaji oderPijadi. DieRechte, Pflichten und Privilegien der Orty waren sehr verschieden. Soz. B. versahen die Buljuki den Garnison- und Polizeidienst in Konstan-tinopel, aber auch in andern Städten nnd Festungen gemeinsam mit denDshematen u. s. w.

Oberbefehlshaber der Artillerie war der Janitscharen-Aga(Jenitscheri-Agassi), gewöhnlich Pascha von 3 Rossschweifen, welcherzugleich auch Mitglied des Hohen Divans war, die höchste Polizeigewaltin Konstantinopel hatte und seinen eigenen Hof und Rath besass; erwurde vom Sultan aus der Mitte der Janitscharen gewählt, bisweilenauch aus den treuen und ihm ergebenen Hof-Würdenträgern. Die nächsteStelle nach ihm bekleidete der Kylkiaja, sein Genosse und Gehülfe,Leiter der Angelegenheiten und Ordner der Operationen der Janitscharenunter der obersten Führung von Jenem. Dann folgte eine Menge gerin-gerer Chargen und Würden von verschiedenen Graden und Pflichten,Rechten und Vorrechten. Die Odshak-Oglani standen unter dem Befehleines besondern Offiziers.

An Besoldung erhielten: die Odshak-Oglani von ihrer Geburt an biszum Eintritt in den aktiven Dienst je 3, die wirklichen Janitscharen von4 bis zu 7 Asper täglich. Die Letzteren erhielten, im Falle besondererAuszeichnungen und Verdienste, höhere Gehälter (von 7 bis zu 39 Asper

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