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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Die gleichzeitigen Naehbar-Keiehe und Völker. . 337

Vorsicht. Auf den Feind wurden hauptsächlich schnelle, unerwartete,nächtliche Ueberfälle ausgeführt, indem man auf dessen Sorglosigkeitspeculirte. Das Gefecht führten sie je nach Umständen alle oder theil-weise zu Pferde oder zu Fuss. In offenem Kampfe, wenn sie zugleich zuPferde und zu Fuss fochten, hielt sich das Fussvölk in der Mitte, dieReiterei auf den Flügeln, das Fussvölk ging grösstentheils mit den Ge-schützen vor, von der Reiterei unterstützt, die verwegensten Reiter inaufgelöster Ordnung vor der Front und auf den Seiten. Ihre Angriffe inder Schlacht führten die Kasaken gewöhnlich in Lava oder grossenHaufen in aufgelöster Linie, eine Lava hinter der andern, aus, wobei siedcu Feind zu umfassen strebten. Wurden sie selbst vom Feinde umzingelt,so sassen sie ab, drängten sich in Haufen zusammen und schössen hinterihren Pferden hervor. Flüsse durchschwammen sie höchst geschickt, in-dem sie sich an der Mähne ihrer Pferde hielten, an deren Schwänzen sierialy (mehrere Büschel Schilf) mit dem Sattel und Gepäck befestigthatten.

Was ihre moralischen Eigenschaften und Geist anbetrifft, so standendie Donscheii Kasaken auf dem gleichen Standpunkt wie die Saporoger.

§. 180.Türken.

Der erste Grund zu der Kriegs-Organisation der Turko-Osmaueuoder Ottomanen hatten deren erste Sultane gelegt: 0 s m a n (12851326),dessen Sohn Urchan (132659), und Enkel Mura dl. (135989). Diemilitärischen Einrichtungen Osman's und zum Theil (bis 1350) auchUrchan's wurden früher (IL Theil, 8. Kapitel, §. 68) geschildert. Umdie Mitte des 14. Jahrhunderts (134750) bildete Urchan, auf denRath und unter Mitwirkung seines Bruders AI lach-Eddin und desHeeres-Richters (Kriegskadi) Kara-Chalil-Tschenderli an Stelleder meuterischen und zügellosen Jaj'i (Aijah) oder Pijaden (Pijadeh) einneues, stehendes, regelrecht organisirtes Fussvölk auf Sold, das Jeni-Tscheri oder neues Heer (Janitscharen) genannt wurde. Es wurdegebildet aus den zur mohamedanischen Religion übergetretenen Söhnenchristlicher Gefangener, Tributpflichtigen der Türken, und fremdlän-dischen Auswanderern, Flüchtlingen und Deserteuren, in einer Stärkevon 10000Mann. Die Janitscharen waren in Ortiaoder Ordy (Rotten)getheilt, in besonderen Wohnungen untergebracht, getrennt von derübrigen Bevölkerung, und wurden sorgfältig im Kriegswesen ausgebildet.Reiche Einkünfte an Gehalt und reichliche Verpflegungsmittel waren fürsie bestimmt. Jeder Janitschar konnte je nach der Zahl seiner Dienst-jahre, den geleisteten Diensten und Auszeichnungen einen doppelten,