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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Die gleichzeitigen Nachbar-Reiche und Völker. 335

Krym , dem livliiudischeu Orden, und Stephan Bathori Hülfe. In-zwischen aber, unversöhnliche, geschworene Feinde der Tataren undTürken, führten sie mit diesen einen erbitterten fast unaufhörlichenKrieg, zu Lande und auf dem Asowschen und schwarzen Meere,hauptsächlich gegen Asow und die Krym. In dieser Zeit breiteten sie,an Zahl fortwährend wachsend, sich mehr und mehr gegen Osten aus.An der Wolga und jenseits derselben an Jaik und Terek sich nieder-lassend, bildeten sie die neuen Gemeinwesen der Wolga-, später dieJaik- und Terek-Kasaken. Ein Theil der Wolga-Kasaken wandte sichunter Anführung von Jermak nach Sibirien und legte dort den erstenGrund zu dessen späterer Eroberung durch Russland und zur Errichtungvon Kasaken-Colonieen daselbst.

Die Krymhorde wie die ottomanische Pforte führte beständig Klageüber die Don-Kasaken bei der russischen Regierung. Johann IV. aberund Feodor Johannowitsch Hessen nicht nur diese Klagen unterverschiedenen Vorwänden unbeachtet, sondern schützten und schmei-chelten den Kasaken auf alle Weise, schickten ihnen Lobesurkunden,Waffen, Pulver, Blei, Geschenke, gaben ihnen Geldsold, und gestattetenihnen freien Zutritt in die russischen Grenz- und inneren Städte und denHandel in denselben.

Diese freundlichen Beziehungen verwandelten sich unter BorisGodunow in äusserst unfreundliche. Von einer andern Politik alsJohann IV. und Feodor Johannowitsch geleitet, stellte Godunowdie Gehaltszahlungen an die Kasaken ein, befahl alle Verbindungen mitihnen abzubrechen, und verbot ihnen nicht nur den Eintritt und freienHandel in den russischen Städten, sondern sogar die Annäherung au dierussischen Grenzen. Die Folge davon war die heftige Feindschaft derDonschen Kasaken gegen die russische Regierung. Der erste Usurpatormachte sich dieselbe zu Nutze und zog die Kasaken leicht auf seine Seite.Von da ab (1605) waren während der 6 traurigen Jahre der Unruhen dieDon-Kasaken beständig Feinde Russlands und thätige Verbündete derPolen und Usurpatoren. Im Jahre 1611 aber traten sie wieder auf dieSeite Russlands und der gesetzlichen Ordnung in Russland und waren1612 bei der Befreiung Moskau's und Verjagung der Polen über die rus-sischen Grenzen sehr thätig. Zur Belohnung dafür ertheilte Zar MichaelFeodoro witsch ihnen (1613) eine Belobungs-Urkunde und eine Fahne,1614 erhielten sie von der Geistlichen- und Landes-VersammlungSchreiben mit dem Titel: Dem Grossen Donschen Heere , und ZarMichael Feodorowitsch bestimmte, dass ihnen auf ewige Zeit Soldund Unterhalt gewährt werden solle. Von nun an traten sie in den rus-sischen Unterthanenverband ein und in vollkommene Abhängigkeit vonRussland, begannen auch allmählich eine reguläre Kriegs-Verfassüng